Deutschlands erster Diensthund zur Vermisstensuche in Pension gegangen

8. August 2017 at 18:48

“Fly” ist eigentlich ein passender Name für diesen Diensthündin, so sprang sie bei ihrem letzten Einsatz noch von einer Drehleiter in ein brennendes Haus. Fly, eigentlich ein Straßenmischling, liebevoll von seinem Herrchen sibirischer Bärenbeißer genannt, war immer heiß darauf Menschen zu suchen.

Die 12-jährige Hündin lernte das, wie alle ihre Kollegen, auf spielerische Art. “Finde die Person und sie wirft deinen Ball”, auf diese Weise lernte Fly die Vermisstensuche, wobei die Fellnase nicht direkt nach Personen suchte, sondern nach ihren Spuren, die sie hinterlassen hatten.

Und so suchte Fly in über 500 Einsätzen nach Weggelaufenen, in Not geratenen und Suizidenten. Etwas zerdeppert schaute Fly herein, wenn sie die Person gefunden hatte und diese den Ball dann doch nicht warf. Das mag auch daran liegen, dass der Diensthund mehr Leichen als Lebende fand.

Doch Fly ist nicht zu alt für den Job, auch nicht mit ihren 12 Jahren. Sie wurde taub, ganz plötzlich, im November 2016. Sie kann die Befehle von Herrchen nicht mehr hören, will aber trotzdem weiterhin ihren Job erledigen. Er macht ihr Spaß, genauso wie ihrem Herrchen.

Ihr Herrchen ist Diensthundeführer Polizeihauptmeister Dieter Schmidt, 57 Jahre, eigentlich ein Schwabe, der Fly vor über zehn Jahren mit nach Sachsen brachte. Beide haben ihre Probleme damit, nicht mehr zusammen in die Einsätze gehen zu können. Also nimmt Schmidt den Hund auch weiterhin noch mit in die Diensthundeschule Klipphausen, wo auch Leichen- und Rauschgiftspürhunde ausgebildet werden.

Trotzdem bleibt Fly einmalig. Sie war immerhin die erste Diensthündin zur Vermisstensuche in Deutschland und hatte damit ein Alleinstellungsmerkmal. Denn Sachsen war das einzige Bundesland, dass sich damals solche Hunde ausbildet und hält. Alle anderen Bundesländer verließen sich damals da auf die ehrenamtlichen Helfer, wie z.B. die Rettungshundestaffeln.

Herrchen Dieter Schmidt möchte gerne noch einen Diensthund haben, doch ob er noch einen bekommt, bleibt abzuwarten. Schmidt weiß auch warum: Er geht selbst in fünf Jahren in Pension.

Wir wünschen Fly noch eine schöne, lange und gesunde Pension. Sie hat ihren engagierten Beitrag geleistet und in vielen Einsätzen ihr Können bewiesen. Dafür sind wir sehr dankbar und sagen: thank you for your service!