Polizist bei Einbrecherverfolgung geblitzt: Strafbefehl erhalten

4. August 2017 at 12:21

Polizist bei Einbrecherverfolgung geblitzt: Strafbefehl erhaltenSo ist Polizeiarbeit nicht möglich!

Es ist klar, dass sich das Recht von Staat zu Staat unterscheidet, da Gesetzgebung und Rechtsprechung unterschiedlich arbeiten und verschiedenen politischen Einflüssen unterliegen. Doch über die folgende Angelegenheit kann man in den meisten Ländern außerhalb der Schweiz nur den Kopf schütteln. Denn sie erschwert die Polizeiarbeit auf fahrlässige Weise ganz enorm!

Im November 2015 hatte eine Einbrecherbande einen Bankomaten in Genf (Schweiz) geknackt und war anschließend in Richtung französische Grenze geflüchtet. Die Polizei wurde alarmiert und mehrere Patrouillen nahmen die Verfolgung auf.

Dass die Einbrecherbande nicht mit Schrittgeschwindigkeit die Flucht antrat, dürfte jedem klar sein. Also mussten die Polizisten aufs Gas treten, um den Vorsprung, den die Einbrecher mittlerweile hatten, wieder aufzuholen.

Bei der Verfolgung der flüchtigen Kriminellen wurde der Fahrer einer Polizeipatrouille, der das Blaulicht eingeschaltet hatte, geblitzt. 42 km/h war er innerorts schneller als erlaubt und genau das wird ihm zum Verhängnis, obwohl die Sondersignale eingeschaltet waren.

Die Staatsanwaltschaft erließ nun einen Strafbefehl für den Fahrer der Polizeipatrouille. Er soll eine Geldbuße von 1.000 Schweizer Franken zahlen und 120 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten.

Der Anwalt des Polizisten, Jacques Roulet, kam folgerichtig zu dem Ergebnis: “Die Polizisten können unter diesen Bedingungen nicht mehr arbeiten. Man verfehlt damit das Ziel.” Deswegen werde man auch gegen den Strafbefehl vorgehen.

Wie es heißt, sei dies kein Einzelfall.

Hier muss die schweizerische Gesetzgebung unbedingt nachbessern! Es kann nicht sein, dass man sich als Polizist trotz Inanspruchnahme der Sondersignale an die gesetzliche Geschwindigkeit halten muss, während Straftäter sämtliche Gesetze missachten und nur deshalb ungeschoren davon kommen, weil die Polizisten aus Angst vor Strafverfolgung sich an die vorgeschriebene Geschwindigkeit halten.