Zahl des Tages: 7.422 – Gewalt gegen Polizisten in Bayern steigt

27. August 2017 at 16:26

Zahl des Tages: 7.422 - Gewalt gegen Polizisten in Bayern steigtDer bayerische Innenminister Joachim Herrmann hat in der vergangenen Woche die Zahlen zur Gewaltausübung gegenüber den bayerischen Polizisten veröffentlicht und die Zahlen sind gegenüber den Vorjahren weiter gestiegen.

Demnach gab es im Jahr 2016 bayernweit 7.422 Fälle von verbaler und physischer Gewalt gegen Polizisten, was eine Steigerung 7,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Betroffen von dieser Gewalt waren 16.450 Polizeibeamte, eine Steigerung von 10,2 Prozent. Die unterschiedliche Zunahme der Fälle im Verhältnis zu den betroffenen Polizisten erklärt sich aus dem Umstand, dass in einem Fall von Gewalt gegen Polizeibeamte mehrere Polizisten betroffen sein können.

Von den 16.450 betroffenen Polizisten wurden 2.386 Beamte verletzt, was eine Steigerung von 16,3 Prozent gegenüber 2015 bedeutet. “Diese Entwicklung sehe ich mit größter Sorge”, erklärte Herrmann bei Veröffentlichung dieser Zahlen, “das ist ein neuer Höchststand seit Erstellung unserer Lagebilder 2010.”

Die meisten Vorfälle bestehen aus Beleidigungen (39,5 Prozent, 2.929 Fälle), einfachen Körperverletzungen (33,6 Prozent, 2.492 Fälle) und Widerstände gegen Polizeivollzugsbeamte (17,7 Prozent, 1.317 Fälle).

Nicht minder Besorgnis erregend sind die folgenden Zahlen: 13 versuchte Tötungsdelikte (2015: 8; 2014: 6) und ein vollendeter Polizistenmord in Georgensgmünd (2015: 0; 2014: 0). In 25 dieser Fälle erfolgte der Angriff mit einer Schusswaffe (2015: 17; 2014: 5).

67,2 Prozent der Tatverdächtigen standen während der Tat unter Alkohol- oder Drogeneinfluss, rund jeder vierte Täter war Ausländer und 82,7 Prozent der Angriffe richteten sich gegen Polizisten des Wach- und Streifendienstes, vor allem an Wochenenden und in der Nacht. Polizisten in großen Städten sind häufiger Gewalt ausgesetzt als ihre Kollegen im ländlichen Bereich.

Bayern investiert daher in den Schutz ihrer Polizisten. 5,5 Millionen Euro wurden in einen Einsatzanzug mit einer neuen Schlag- und Stichschutzausrüstung investiert. Hinzu kommen weitere 30 Millionen Euro für die neue ballistische Schutzausrüstung, deren Ausstattung in sämtlichen Streifenwagen und Transportern des Landes bis November 2017 abgeschlossen sein soll.

“Wir werden alles daran setzen, unsere Polizistinnen und Polizisten bestmöglich zu schützen”, erklärte Innenminister Herrmann und fügte hinzu: “Wir müssen diejenigen schützen, die uns schützen!”

Die Zahlen in den übrigen Bundesländern und beim Bund dürften sich nicht erheblich von denen in Bayern unterscheiden. Eine Zunahme von Gewalt gegen Polizist, die nachdenklich stimmt und Besorgnis erregend ist. Besonders die hohe Zahl an Tätern, die unter Alkohol- und/oder Drogeneinfluss stehen, verwundert zwar uns Polizisten nicht, lässt den Konsum als Schuldminderungsgrund aber in einem anderen Licht erscheinen. Oder wie seht ihr das?