Baden-Württemberg: Seit 30 Jahren Frauen bei der Polizei

5. September 2017 at 10:21

Am 1. September 1987 fingen die ersten Frauen bei der Polizei in Baden-Württemberg an, den Polizeiberuf zu erlernen. Zwar gab es schon immer in den Dienstgebäuden der Polizei Frauen, allerdings nicht in Uniform. Es war ein Medienereignis, als die Zeitenwende eingeläutet wurde.

Viele mussten umgedenken, die Chefs genauso wie jeder Polizist. Die Bürger ebenso, aber die haben sich sehr schnell an die Frauen in Uniform gewöhnt. An anderer Stelle war allerdings mehr Arbeit zu leisten. Das fing bei den Umkleiden, Duschräumen und den Toiletten an, ging über die Köpfe so mancher männlicher Kollegen und hörte nicht zuletzt bei der Uniform auf.

Die war nämlich grausam und entsprach dem klassischen Frauenbild. Die Hemden bzw. Blusen trugen kleinere Schulterklappen, weil Frauen doch schmalere Schultern haben, wie es damals hieß. Auf dem Kopf saß eine Art Schiffchen, wegen Farbe und Form gerne “Kaffeebohne” genannt. Dazu kam ein brauner Rock, Wollstrümpfe und klumpige Schuhe.

Sogar die Dienstwaffe war damals leichter, damit “Frau” nicht so schwer tragen musste. Doch das gehört mittlerweile alles der Vergangenheit an. Frau tragen dieselben Uniformen und dieselbe Ausrüstung wie die männlichen Kollegen. Und sie haben in drei Jahrzehnten bewiesen, dass sie aus der Polizei nicht mehr wegzudenken sind.

Die Stärken der Polizistinnen, Kommunikation und Deeskalation, sind genauso wichtig geworden wir Durchsetzungsvermögen und Körperkraft, wo die Polizisten punkten können. Und zunehmend besetzen Frauen auch Führungspositionen in der Polizei. Zwar sind das beispielsweise im Polizeipräsidium Tuttlingen erst 3,1 Prozent, aber wie Polizeipräsident Gerhard Regele bekräftigt, arbeite man daran, dass es mehr werden.

Patricia Schwenke, die kürzlich erst ihren Dienst im Polizeirevier Oberndorf antrat, gibt den zukünftigen Polizistinnen auch einen Rat mit auf den Weg: Man dürfe nicht als “Püppchen” daher kommen, soll anpacken können. Ansonsten sei es wichtig, dass man sich im alltäglichen Dienst unterstütze und vertraue.