Berlin und Brandenburg überlegen Änderung der Einstellungsvoraussetzungen

12. September 2017 at 22:24

Berlin und Brandenburg überlegen Änderung der EinstellungsvoraussetzungenPersonalmangel und Nachwuchsprobleme

Brandenburg möchte soviel Polizisten ausbilden wie noch nie, dies scheitert aber wohl an zu wenigen geeigneten Bewerbern. Nun könnten auch Personen bis Ende 30 eine Chance bekommen, da in dieser Hinsicht überlegt wird, die Einstellungsvoraussetzungen zu ändern.

Erst fiel die Mindestgröße und nun soll die Altersgrenze angehoben werden. Was aber nicht bedeutet, dass nun jeder genommen wird, der sich auch bewirbt. Bisher lag die Altersgrenze bei 28 Jahren im mittleren Dienst und bei 32 Jahren im gehobenen Dienst.

Nach Angaben des Innenministeriums in Potsdam will Brandenburg noch in diesem Jahr insgesamt 400 Polizeianwärter neu einstellen, 25 mehr als ursprünglich geplant und so viele wie noch nie in der Geschichte des Landes.

Weil in den nächsten Jahren zahlreiche Beamte in die wohlverdiente Pension gehen, muss das Land ausreichend Nachwuchs ausbilden. Hierbei gehen die Länder auch unterschiedliche Wege. Es wird auch in einigen Bundesländern gezielt bei der Bundeswehr nach Bewerbern gesucht.

Man hat das Problem mit der Pensionswelle jahrelang nicht beachtet und die letzten Jahre weniger ausgebildet als eigentlich nötig gewesen wären. Jetzt ist Eile geboten, damit die Personalzahlen nicht weiter absinken. Wir Polizisten sehen dies seit Jahren und haben des öfteren darauf hingewiesen. Aber passiert ist nichts. Jetzt werden die Einstellungsvoraussetzungen geändert oder müssen zangsläufig geändert werden, um überhaupt genügend Personal zu finden.

Bereits Ende Juli sagte Karl- Heinz Schröter: “Denn Polizisten kann man nicht vom freien Arbeitsmarkt gewinnen und keine Arbeitsagentur vermittelt sie.” Deshalb bilde man “nun in einem Umfang aus wie nie zuvor.”

Noch im Juli hatte Schröter erklärt, dass den tatsächlichen Einstellungen ein umfangreiches Bewerbungsverfahren voraus gehe, verbunden mit der Zusage, die Aufnahmekriterien würden nicht gesenkt. Nur zwei Monate später ist diese Zusage überholt und von den Notwendigkeiten der Realität ad acta gelegt worden.

Dass auch die Berliner Polizei mit Nachwuchssorgen zu kämpfen hat, ist längst kein Geheimnis mehr. So wurde hier die Bewerbungsfrist für dieses Jahr zum dritten Mal verlängert. Nun endet sie am 15. September.

Bis zum 31. Juli hatten sich nur 6000 Menschen beworben. Dies reicht aber nicht, da nur einer von zehn bis fünfzehn durch das Auswahlverfahren kommt. 600 neue Stellen sind in Berlin geplant.

Alle Bundesländer, aber auch die Bundespolizei, suchen neue Polizisten, doch aufgrund des demographischen Wandels gibt es viel weniger junge Interessenten als noch vor Jahren.