In Memoriam: Vor 40 Jahren von der RAF hingerichtet

6. September 2017 at 22:31

In Memoriam: Vor 40 Jahren von der RAF hingerichtetAm 5. September 1977 entführte der Rote Armee Fraktion (RAF, eine linksextremistische terroristische Vereinigung) den damaligen Arbeitgeberpräsident Dr. Hanns-Martin Schleyer. Der terroristische Akt forderte viele Menschenleben, darunter auch das mehrerer Polizisten.

Gegen 17:28 Uhr bog der Dienstwagen Schleyers in Köln (Nordrhein-Westfalen) auf die Vincenz-Statz-Straße ein. Begleitet wurde der Dienstwagen von einem zivilen Dienstfahrzeug der Polizei, in dem sich die drei bade-württembergischen Personenschützer Polizeimeister Roland Pieler, Polizeihauptmeister Reinhold Brändle (Fahrer) und Polizeimeister Helmut Ulmer befanden.

Plötzlich versperrte ein gelber Mercedes und ein blauer Kinderwagen den Weg. Das Dienstfahrzeug Schleyers hielt abrupt an und Brändle fuhrt mit seinem Dienstfahrzeug auf. Im gleichen Moment fielen auch schon die Schüsse, bei denen alle drei Polizisten und der Fahrer Schleyers, Heinz Marcisz, ums Leben kamen. Die vier Getöteten wurden von über 100 Projektilen getroffen, so dass man von einer Hinrichtung sprechen kann.

Schleyer wurde entführt, um mehrere RAF-Mitglieder, die zu diesem Zeitpunkt in Haft saßen, frei zu pressen. Als dies nicht gelang, wurde auch Schleyer hingerichtet.

PM Roland Pieler wurde nur 20 Jahre jung. PHM Reinhold Brändle starb mir 41 und PM Helmut Ulmer mit 24 Jahren.

Im Gedenken an die getöteten Polizisten wurde gestern im Polizeipräsidium Stuttgart der Opfer gedacht. Die Anwesenden, Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl, der jetzige Stuttgarter Polizeipräsident Franz Lutz, der damalige Chef der Stuttgarter Schutzpolizei Günther Rathgeb, mehrere aktive und mittlerweile inaktive Polizisten, fanden sich in einem würdevollen und ruhigen Moment zusammen. Reden wurden keine gehalten.

Rathgeb, der bei dem terroristischen Anschlag vor 40 Jahren drei seiner Leute verlor, ist auch heute noch tief getroffen. Bei der Gedenkveranstaltung wirkte er in sich gekehrt. Trauer, auch noch nach 40 Jahren.

Ein ehemaliger Polizist, der die drei Getöteten persönlich kannte, erinnert sich: “Wir waren zusammen auf der Stube oder in der selben Einheit.” Pieler sei erst kurz zuvor zum Personenschutzkommando abkommandiert worden. “Dort gefällt’s mir, dort will ich bleiben”, habe Pieler damals zu ihm gesagt.

Wir Gedenken der drei Kollegen zum 40. Todestag und erheben die Hand zum Ehrensalut.

Ruht in Frieden, liebe Kollegen! Ihr seid unvergessen und auch heute noch Teil der Polizeifamilie. ⚫️🔵⚫️