Reportage: Hinter den Kulissen des Anti-Terror-Kampfes

19. September 2017 at 20:55

Terror-Übung am Hauptbahnhof Leipzig

Am frühen Morgen des 15. Mai dieses Jahres fand am Leipziger Hauptbahnhof eine geheime Anti-Terror-Übung der Bundespolizei statt. Jetzt, ein gutes halbes Jahr später, darf das Magazin “Echt” vom Sender MDR darüber berichten.

Es ist ein Szenario, das sich keiner wünscht! Polizisten müssen jedoch darauf vorbereitet werden. Die Spezialeinheiten trainieren solche Einsätze regelmäßig, aber nicht die Polizisten, die als Erste am Einsatzort sind und eingreifen müssen.

Bei der Übung, von der hier berichtet wird, geht es genau um ein solches Szenario. Terroristen befinden sich am Leipziger Hauptbahnhof, verletzen und töten etliche Menschen. Bundespolizisten, die für die Sicherung des Bahnhofs zuständig sind, müssen eingreifen und ihr Wissen, welches sie in kleineres Übungen (sogenannten Situationstrainings) bereits erlangt haben, in die Tat umsetzen.

Hierzu wurde der komplette Ostflügel des Bahnhofs gesperrt und es kommt seitens der Terroristen alles zum Einsatz, was man aus Terroranschlägen im Westen bereits kennt: Kalaschnikows, Handgranaten, Sprengstoffgürtel.

Des Weiteren berichtet die Reportage über Kampfmittelbeseitiger, das neue Einsatzfahrzeug Survivor R und das Spezialeinsatzkommando Sachsens.

Die Reportage ist sehr interessant und gibt einen guten Einblick in die Szenarien, auf die sich die Polizei hierzulande wohl oder übel vorbereiten muss.

Allerdings wird in der Reportage Bundes- und Landespolizei in der Berichterstattung nicht klar genug getrennt. Jede Polizei unterliegt anderen Vorgaben, was auch in der Darstellung der Investitionen in der Reportage deutlich wird. In den Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wird völlig verschieden in unterschiedliche Ausrüstung investiert. Die eine Polizei hat, was die andere nicht hat, und umgekehrt. Hier zeigt sich ganz deutlich der Föderalismus.

In der Reportage wird zwar die Frage aufgeworfen, wie gut die Bundespolizei für den Anti-Terror-Einsatz gerüstet ist, geht aber nicht darauf ein, was an Ausrüstung vorhanden ist, in was investiert wird oder was noch benötigt wird. Darauf geht sie nur bei den oben genannten Länderpolizeien ein.

Zudem kommen hier die führenden Köpfe des Einsatztrainings zu Wort, nicht jedoch diejenigen, die diese Übung absolvieren und zu einem erfolgreichen Abschluss bringen mussten. Wie realistisch war die Übung, was hat sie gebracht? Eignet sie sich für andere Polizeien ebenfalls als Übungsszenario? Darauf gibt es keine Antworten, auch wenn Vertreter anderer Länderpolizeien ebenfalls als Beobachter an der Übung teilnahmen.

Dennoch sehenswert, in der Mediathek oder auf Youtube: