Tag der Deutschen Einheit: Polizeischüler beklagen vierten Großeinsatz in diesem Jahr

30. September 2017 at 13:37

Tag der Deutschen Einheit: Polizeischüler beklagen vierten Großeinsatz in diesem JahrEigentlich sollen sich Polizeischüler oder -studenten auf ihre Ausbildung bzw. das Studium konzentrieren. Anspruchsvoll sind die Anforderungen und die benötigen die volle Aufmerksamkeit. Dass Schüler oder Studenten auch mal zu einem Einsatz herangezogen werden, war schon immer so. Doch in Rheinland-Pfalz brodelt es nun wegen der Häufigkeit der Anforderungen.

Denn die Polizeischüler musste bereits am Jahresanfang zu den zahlreichen Fastnachtsgroßveranstaltungen eingesetzt werden. Dann kam nur wenig später die 70-Jahr-Feier des Bundeslandes und die Beisetzung von Altkanzler Helmut Kohl. Nun steht ein weiterer Großeinsatz unmittelbar bevor und so langsam reicht es den Polizeischülern.

Zum Tag der Deutschen Einheit, dessen zentralen Feierlichkeiten in der Landeshauptstadt Mainz stattfinden, müssen die Polizeischüler ein weiteres Mal in den Einsatz. Der Studienplan wird damit völlig über den Haufen geworfen und das kurz vor den nächsten Prüfungen.

Dies stößt auf Kritik der jungen Kollegen, dem sich nicht nur eine Gewerkschaft anschließt. Auch aus der Opposition des Landtages heißt es: “Polizeischüler sind nicht dazu da, immer wieder Lücken zu schließen”.

Dabei war die sogenannte Landeseinsatzreserve der Studierenden im Jahr 2012 aufgehoben worden. Und dennoch werden die Polizeischüler in aller Regelmäßigkeit, insbesondere in diesem Jahr schon mehrfach, herangezogen. Dabei kommen beim Tag der Deutschen Eineheit rund 4.000 Polizisten aus 13 Bundesländern zum Einsatz. Aber das reicht offenbar nicht.

Doch es ist nicht alleine der durchwirbelte Studienplan und der Einsatz an sich, der für Unmut sorgt. Die Kritik hat noch einen anderen Grund: Die Studenten sind Beamte auf Widerruf und genießen nicht den rechtlichen Schutz, wie ihn ihre älteren Kollegen der Lebzeitbeamten haben. Passiert etwas während des Einsatzes, ein Dienstunfall zum Beispiel, stehen die Studierenden bei einer Dienstunfähigkeit nahezu schutzlos da.

Das Innenministerium wiegelt dagegen ab. Dessen Sprecher sagte, dass solche Einsätze “immer wieder praktiziert” würden und “die Studierenden werden je nach Jahrgang und entsprechenden Fähigkeiten eingesetzt”.

Fürsorgepflicht sieht anders aus.