Widerspenstiger Kormoran löst Stau aus und leistet Widerstand

6. September 2017 at 14:32

Immer wieder verirren sich Tiere auf die Autobahn. Was nicht nur gefährlich für das Tier ist, sondern auch für den fließenden Verkehr. Doch oftmals arbeiten die Tiere – ähnlich wie die Menschen – nicht mit. Dann muss der unmittelbare Zwang angewendet werden.

Nicht alltäglich war jedenfalls ein Einsatz südlich von Neumünster auf der A7. Ein Kormoran weigerte sich vehement die Autobahn zu verlassen und blieb auf dem rechten Fahrstreifen sitzen. Auch das Eintreffen der Kollegen beeindruckte den Vogel nicht.

“Ein Beamter versuchte den Vogel zu verscheuchen. Dieser quittierte den Versuch mit dem Hochwürgen eines Fisches und mit einem Startversuch seinerseits, der dem am Boden eher schwerfälligen Vogel allerdings gründlich misslang”, sagte Rainer Wetzel von der Polizei Neumünster. Die Startbahn bis zu den im Stau wartenden Autos sei einfach zu kurz gewesen.

Anscheinend hatte das hochwürgen des Fisches nicht die gewünschte Wirkung um an Gewicht zu verlieren und starten zu können. Es war dann wohl doch einfach nur so, dass der Wasservogel die Aktion des Polizisten “zum K…..” fand.

Tja, nun musste eine andere Taktik her, da das Tier mittlerweile versuchte sich unter Fahrzeugen zu verstecken. Nun kam die Geheimwaffe ins Spiel… “Die Einsatzjacke“… Diese wurde nun kurzerhand über den Vogel geworfen. Was dem Kormoran auch nicht so richtig gefiel.

“Bei der Festnahme leistete er erheblichen Widerstand, indem er um sich biss”, sagte Wetzel. Die Beamten brachten den Vogel in den Wildpark Eekholt, weil er verletzt schien. Doch die Mitarbeiter dort attestierten dem Kormoran einen guten Allgemeinzustand. Daher kam er nach zwei Tagen in Quarantäne zu seinen Artgenossen im Park. Statt sofort wegzufliegen, blieb er allerdings noch mehrere Tage: “Freie Kost und Logis hat er der Freiheit vorgezogen”, sagte der Polizeisprecher.

So ein Dach über’m Kopf und dann noch Fisch im Überfluss ohne was dafür tun zu müssen… Klingt danach als ob der Kormoran sich ein paar Tage Urlaub im Wildpark gegönnt hatte.

Verletzt wurde hoffentlich keiner bei diesem Einsatz. Danke an die Kollegen, die hier helfen konnten!