45 Jahre GSG9: Vierte Einheit und zweiter Standort zum Jubiläum

18. Oktober 2017 at 21:37
45 Jahre GSG9: Vierte Einheit und zweiter Standort zum Jubiläum

Bildquelle: Robin R.

Reportage: Mythos GSG9

Vor kurzem feierte die GSG9 ihren 45. Jahrestag der Gründung. Als Grenzschutzgruppe 9 wurde die Spezialeinheit des damaligen Bundesgrenzschutzes am 26. September 1972 infolge des Olympiaattentats in München gegründet. Mittlerweile wurde der Bundesgrenzschutz zur Bundespolizei, die Spezialkräfte haben ihren Namen aber behalten.

Ein herausragendes Maß an körperlicher und mentaler Fitness müssen die Polizisten mitbringen, um zur GSG9 zugelassen werden zu können. Sie müssen die Laufbahn der Polizeiausbildung absolvieren und können dann, wenn sie den Aufnahmetest bestanden haben, in einer neunmonatigen Ausbildung zum GSG9-Beamten werden. Danach folgt, je nach Fähigkeit, eine Spezialausbildung zum Scharfschützen, Taucher und Bootsführer, Fallschirmspringer oder er wird Teil der Unterstützungseinheit. Diese Fachausbildung geschieht teils in Zusammenarbeit mit ausländischen Spezialkräften in gemeinsamen Trainings und Workshops.

Bislang verfügte die GSG9 über insgesamt drei Einheiten, die zentral von ihrem Hauptquartier in St. Augustin koordiniert wurden. Um schneller einsatzfähig zu sein, soll nun ein zweiter Standort in Berlin hinzukommen. Entsprechende Pläne hat Bundespolizeipräsident Dieter Romann beim Festakt zum 45-jährigen Bestehen bestätigt.

Die Planungen hierzu sind bereits am laufen und in vier bis fünf Jahren soll diese vierte Einheit einsatzbereit sein. Es ist selbstredend, dass so ein Vorhaben gut geplant sein muss. Es benötigt hierzu einen geeigneten Standort mit der passenden Ausrüstung und dazu auch geeignete Bewerber, die sich zum GSG-Beamten ausbilden lassen.

Aufgabe der neuen Einheit in Berlin wird es sein, chemische, biologische, radiologische und nukleare Angriffe abwehren zu können. Kurz gesagt: Es geht um die Terrorabwehr.

Zurecht sagte Bundespolizeipräsident Romann, wenn man auch ein “leider” hinzufügen muss:

“Unser Land braucht die GSG9 mehr denn je.”

Dabei wäre es falsch zu behaupten, die GSG9-Beamten wären die Männer fürs Grobe. Sie sind Spezialisten für den chirurgischen Zugriff, dies belegen auch die Zahlen. Über 1.900 Mal kamen die Beamten seit 1972 zum Einsatz und nur zweimal mussten sie von der Schusswaffe Gebrauch machen: in Mogadischu zur Befreiung der Geiseln aus der Lufthansamaschine Landshut und in Bad Kleinen zur Ergreifung von RAF-Terroristen. Zuletzt kam die GSG9 beim G20-Gipfel in Hamburg zum Einsatz, freilich ohne Waffeneinsatz.

Auch wenn ihr Job ein Gefährlicher ist und sie dann zum Einsatz kommen, wenn alle anderen Polizisten der Länder und des Bundes, einschließlich deren Spezialeinheiten, (alleine) nicht mehr weiter kommen, sind in diesen 45 Jahren vier Polizisten ums Leben gekommen. Ihnen gilt unser Andenken mit erhobener Hand zum Ehrensalut!

Wir gratulieren der GSG9 zu ihrem Jubiläum, danken für ihren gefährlichen Einsatz und wünschen ihnen stets eine gesunde Heimkehr!

Diese Reportage in der Mediathek geht auf den Mythos der GSG 9 ein.

Eine etwas ältere Version der Reportage gibt es auch auf Youtube: