Fünfmal Widerstand in einer Nacht – Auch Sanitäter und Notarzt angegriffen

24. Oktober 2017 at 16:05

Fünfmal Widerstand in einer Nacht - Auch Sanitäter und Notarzt angegriffenEigentlich sollte man davon ausgehen, wenn sich die Menschen am Wochenende in das Nachtleben stürzen, dass sie in erster Linie Spaß haben wollen. Doch was die Polizei in Karlsruhe (Baden-Württemberg) am vergangenen Wochenende im Nachtdienst von Samstag auf Sonntag erleben musste, war alles andere als Spaß. Der hörte insbesondere da auf, wo Rettungskräfte angegriffen wurden.

Bereits gegen 22:30 Uhr ereignete sich die erste Widerstandshandlung. Während Polizisten eine gefährliche Körperverletzung aufnahmen, wurden sie grundlos und ohne Vorwarnung von einem 20-jährigen Trunkenbold angegriffen. Dabei versuchte der Mann einen der Polizisten mit dem Ellenbogen ins Gesicht zu schlagen.

Der Beamte konnte den Schlag dank seiner schnelle Reaktion abwehren. Der Mann wurde überwältigt und zur Ausnüchterung in die Zelle buchsiert. Verletzt wurde niemand.

Gerade einmal eine Stunde später kam es zum nächsten Widerstand. Ein Gast einer Burgerkette hatte einen anderen Gast und zwei Mitarbeiter mit Schlägen und Tritten traktiert. Die eingesetzten Polizisten wurden sogleich von dem Täter aufs übelste beleidigt und bespuckt. Ekelhaftes Detail: Die Spucke landete im Gesicht des Polizisten.

Auch den Diensthund, der zum Einsatz gekommen war, wollte der 23-Jährige treten. Der Mann wurde überwältigt und gefesselt. Bei der anschließenden Durchsuchung fanden die Beamten ein griffbereites Messer. Verletzt wurden die Mitarbeiter der Burgerkette und der Täter während der Festnahme.

Widerstand Nr. 3 leistete ein Mann in einer Gaststätte gegen 1 Uhr am frühen Sonntag. Der Mann hatte andere Gäste belästigt und wurde vom Besitzer rausgeworfen. Als der 43-Jährige das Hausverbot mit einem Faustschlag ins Gesicht des Besitzers quittiert hatte, wurde er durch die Security – trotz Gegenwehr – an die frische Luft befördert.

Als die Streife eingetroffen war stieß der Mann sich selbst mit dem Kopf gegen die Frontscheibe der Gaststätte. Es folgte eine tätliche Auseinandersetzung mit den Polizisten, die in seiner Festnahme endete. Hiernach spuckte der Widerständler – mal wieder und immer noch ekelhaft – einem der Beamten ins Gesicht. Den Rest der Nacht verbrachte er in der Zelle.

Weiter ging es mit Widerstand Nr. 4 gegen 4:45 Uhr, dabei wollten die Polizisten nur Hilfe leisten. Die Streife sah nämlich eine polizeibekannte Person, wie sie zusammen gesunken an einer Haltestelle saß. Als die Beamten helfen wollte, wurde der Mann sogleich derart aggressiv, dass die Polizisten ihn festnehmen und in den Gewahrsam bringen mussten. Dass sich der amtsbekannte Mann dagegen massiv wehrte, erscheint in diesem Kontext fast schon obligatorisch…

Der Höhepunkt der Widerstandshandlungen ereignete sich gegen Ende der Nachtschicht. Sanitäter und Notarzt waren im Einsatz, um einer Frau bei einem akuten epileptischen Anfall Hilfe zu leisten. Während die Retter alle Hände voll zu tun hatten, wurden sie von zwei betrunkenen Studenten bei ihrer wichtigen Arbeit zunächst behindert, dann auch angegriffen.

Über die Rettungsleitstelle wurde die Polizei angefordert, denn so konnten die Retter nicht arbeiten und die Frau konnte nicht in den Krankenwagen gebracht werden. Als die Polizisten die Personalien der beiden Störer aufnehmen wollten, zeigten sie sich – wie auch zuvor – von ihrer “besten” Seite.

Sie leisteten massiven Widerstand gegen die Beamten, so dass sie zu Boden gebracht und gefesselt werden mussten. Doch auch nach der Festnahme und der Verbringung in den Polizeigewahrsam besserte sich ihr Verhalten nicht. Sie verhielten sich respektlos, beleidigten die Polizisten und hatten sich ihres Unrechtsbewusstseins völlig entledigt.

Verletzte wurde in diesem Fall zwar niemand. Laut Notarzt war aber die Behinderung der Hilfsmaßnahmen derart massiv, dass für die Frau ein lebensbedrohlicher Zustand hätte entstehen können, wenn die Behinderungen weiter angehalten hätten.

Was für eine Nachtschicht! Und zudem traurig, dass die Retter ihre Arbeit nur vernünftig leisten können, wenn die Polizei anwesend ist.

Keine Gewalt gegen Einsatzkräfte!