Grundsatzfrage in Berlin: Wie viel ist ein pensionierter Diensthund wert?

16. Oktober 2017 at 20:38

Grundsatzfrage in Berlin: Wie viel ist ein pensionierter Diensthund wert?Unsere Diensthunde leisten unglaublich gute Arbeit, darüber haben wir schon öfter berichtet. Ohne diese wären wir in sehr vielen Fällen wirklich aufgeschmissen. Was passiert aber, wenn die Hunde nicht mehr dienstfähig sind? Damit geht jedes Bundesland und der Bund anders um.

In Berlin ist es so geregelt, dass der Hundeführer seinen Partner auf vier Pfoten für einen obligatorischen Euro kaufen kann, was die meisten der Beamten auch wahrnehmen. In den vielen Jahren, wo man mit dem Hund gearbeitet hat, wächst dieser einem ans Herz und er gehört zur Familie. Er ist Partner, Freund, Familienmitglied und Kollege auf vier Pfoten.

In manchen Bundesländern ist es schon so, wie in Bayern oder Brandenburg, dass die Hunde nach ihrer Dienstzeit eine Rente bekommen. In Berlin wird derzeit um dieses Thema gestritten, denn dort bekam der Diensthundeführer nichts dafür, wenn er den Diensthund nach seiner Pensionierung behielt: “Hier setzt der Senat bislang auf emotionale Erpressung und verlagert seine Versorgungsaufgabe. Alle Kosten trägt nach der Pensionierung allein der Hundeführer und das kann einfach nicht sein”, heißt es von der Berliner Opposition.

Die Polizei und der Berliner Senat sind sich nun endlich einig, dass auch nach der aktiven Dienstzeit dem tierischen Partner eine Pension zusteht. Doch über die Höhe wird gestritten.

Offenbar einig sind sich die Parlamentarier darüber, dass die bisherige Pauschale für die Unterhaltskosten erhöht werden muss. Diese Kosten erhalten alle Diensthundeführer in Berlin “erstattet”. Demnach gibt es dort 120 Diensthunde, für die der jeweilige Diensthundeführer zwei Euro pro Tag für Futtermittel und 35 Cent als allgemeine Aufwandsentschädigung bekommt.

Dass es nicht sein kann, dass diese Hunde für den Staat ackern und somit anders zu bewerten sind, als private Hunde, sollte einleuchten. Deswegen sollen die Unterhaltskosten erhöht und eine Entschädigung für pensionierte Hunde eingeführt werden.

Denn gerade die Tierarztkosten können hier ganz schnell mit vierstelligen Summen zu Buche schlagen. Der Rot-Rot-Grüne Senat ist sich zumindest einig darüber, dass eine Kostenpauschale gezahlt werden muss.

Immerhin ein Schritt in die richtige Richtung, die Frage ist nur, wie viel werden Berlin die Diensthunde, auch die pensionierten, wert sein?

Im Land Brandenburg beispielsweise gibt es für die Partner auf vier Pfoten 32 Euro monatlich als “Pension” und die Tierarztkosten werden vollständig übernommen. Ein gute Diskussionsgrundlage für Berlin, oder nicht?