Leserbrief zum Vorfall in Gütersloh: Internetrambos schwadronieren über unfähige Polizei

17. Oktober 2017 at 21:40

Leserbrief zum Vorfall in Gütersloh: Internetrambos schwadronieren über unfähige PolizeiVor etwa einer Woche berichteten wir über einen Einsatz in Gütersloh (Nordrhein-Westfalen), bei dem ein psychisch kranker Mann insgesamt zehn Polizisten und einen Diensthund verletzte.

Nun meldet sich einer der verletzten Polizisten zu Wort, da er die Berichterstattung über diesen Vorfall verfolgte, auch bei uns. Der Kollege schilderte uns den Vorfall, wie er sich aus seiner Sicht darstellte. Da es sich hier aber um ein schwebendes Verfahren handelt, haben wir mit seiner Erlaubnis die Passagen mit den Einzelheiten gekürzt, was seine Botschaft jedoch nicht mindert:

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Hallo liebes Team!

Einst mochte ich die Menschen! Nach ein paar Jahren im Dienst hat sich das nun relativiert. Ich hoffe, dass schlimmen Menschen schlimme Dinge widerfahren. Warum ich das sage?

Ihr habt am 10. einen Beitrag über den Randalierer in Gütersloh gebracht. Ich bin einer der Kollegen, die dabei bis zur vorübergehenden Dienstunfähigkeit verletzt wurden.
Die Pressemitteilung dazu ist allerdings nicht ganz korrekt. […]

Tatsächlich war auch nicht der Diensthund ausschlaggebend zur erfolgreichen Fixierung, sondern ein anderer “glücklicher” Umstand. […]

In den nächsten Tagen habe ich die Kommentare zur Pressemitteilung in den lokalen Medien und auch hier zu dem Einsatz gelesen und bekam das blanke Kotzen.

Internetrambos, ob jung oder alt (grad bei der Generation 50+ hätte ich mehr Verstand erwartet), die nach Schüssen lechzten oder von der unfähigen, schlecht ausgebildeten, unfitten, faulen, unerfahrenen, etc… Polizei schwadronierten. Sie verschwenden keinen Gedanken daran, dass Polizisten auch heil nach hause kommen wollen.

Denn sie alle haben ja so viel Ahnung von psychischen Erkrankungen und einem Kampf Mann gegen Mann, bei der man zu jeder Zeit die Verhältnismäßigkeit achten muss. Wenn selbst fingertiefe Hundeeinbisse den Störer nicht jucken, wie sollen es Schläge von uns tun?

Wir sind für diese Menschen doch nur eine Ressource, die ein Jahr später mit Frischfleisch ersetzt werden können. Einfach in einen Kampf schicken und wenn zwei nicht mehr den Weg in den Dienst zurückfinden ist es nicht so schlimm. Man kann ja die Einstellungszahlen erhöhen.

Solche verachtenswerte Menschen auch noch zu schützen, verlangt einem wirklich größte Mühe ab. Ich bin erstaunt, dass ich erst ein Jahr aus der Ausbildung raus bin und so denke, aber je abgestumpfter die Gesellschaft, desto schneller stumpft man auch als Staatsdiener ab, denke ich.

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Der Autor ist uns namentlich bekannt, möchte jedoch anonym bleiben. Der Leserbrief gibt die persönliche Meinung des Autors wieder, die wir uns alleine durch die Veröffentlichung nicht zu eigen machen.