Null-Toleranz-Strategie: Spitzenspiel wird Hochsicherheitsspiel

14. Oktober 2017 at 15:45

Null-Toleranz-Strategie: Spitzenspiel wird HochsicherheitsspielViele können sich vielleicht noch an die Szenen erinnern, die im Februar, beim Spiel von Borussia Dortmund gegen RB Leipzig, entstanden. Damals waren sogenannte BVB Fans auf Leipziger Gästefans losgegangen. Selbst vor Frauen und Kindern machten diese nicht halt. Wir berichteten.

Solche Szenen haben im Fußball nichts zu suchen! Es soll ein Fest sein und ein friedliches Miteinander. Aber einige, die sich “Fans” nennen, aber nun wirklich keine sind, sahen dies anders.

Deswegen muss und wird die Polizei Dortmund reagieren und zum bevorstehenden Spiel am heutigen Samstag werden weitaus mehr Polizisten das Spiel sichern, als dies im Februar der Fall war. Verschiedene Ultragruppierungen haben im Vorfeld schon Proteste angekündigt. Friedliche Proteste. Ob es auch bei diesen bleibt, wird man sehen. Man kann nur hoffen, dass die Jagdszenen vom Februar ausbleiben.

“Wer Gäste anpöbeln oder angreifen will, wird uns sehr aktiv erleben”, sagte Einsatzleiter Edzard Freyhoff vor dem Großeinsatz rund um das Spiel des Tabellenführers gegen den Vize-Meister. “Die Schwelle, ab der wir einschreiten, ist extrem niedrig.”

Polizeipräsident Gregor Lange kündigte an, “Fans aus Leipzig und Dortmund davor zu schützen, von Gewalttätern und Kriminellen, die den Titel Fan nicht verdienen, belästigt und angegriffen zu werden”. Straftäter würden “mit allen Mitteln und hohem Aufwand verfolgt”.

All dies passiert aus gutem Grunde: Im Vorjahr blieb es nicht bei zahllosen beleidigenden Plakaten und Gewaltaufrufen wie “Bullen schlachten” auf der Südtribüne, sondern ein Mob jagte die Leipziger vor dem Stadion. Sechs Gästefans und vier Polizisten wurden verletzt, im Nachgang gab es 168 Strafverfahren, von denen bis dato 11 mit Strafbefehlen endeten, worauf der DFB die Südtribüne für ein Spiel schloss.

Die Polizei wertete 170 Stunden Video-Rohmaterial sowie Fotos aus und leitete 168 Strafverfahren ein. 66 Tatverdächtige konnte die Ermittlungskommission “Strobel” identifizieren. Inzwischen hat die Justiz elf Strafbefehle erteilt, fünf davon sind bereits rechtskräftig.

Insgesamt wurden 40 Stadionverbote ausgesprochen. Was auch gut so ist, denn Gewalttäter haben in einem Stadion nichts zu suchen. Hohe Geldstrafen wurden auch verhängt, so zum Beispiel wegen massivem Widerstand muss ein Beschuldigter 3.600 € bezahlen.

Eines haben die Randalierer von damals jedenfalls erreicht – sehr viele RB-Fans wollen sich die Reise nach Dortmund nicht mehr antun. 8000 Karten hat der BVB den Leipzigern zur Abnahme angeboten, etwa 3000 wurden in Anspruch genommen

Auch im Stadion selbst kündigt die Polizei an, dass man für Ruhe sorgen würde. “Wer meint, sich im Stadion daneben benehmen zu müssen, muss damit rechnen, rauszufliegen”, heißt es seitens der Polizei, die BVB-Ordner unterstützen werde.

Die Polizei beobachtet auch im Vorfeld die Gruppierungen “The Unity” und die “Jubos” der Ultraszene. Aber man muss auch fair sein und nicht nur diese Gruppierungen unter Generalverdacht stellen. Es gab im Februar viele, die nicht zu der Ultraszene angehören und sich haben mitreißen lassen.

Es bleibt zu hoffen dass es heute friedlich bleibt und das Spiel im Vordergrund steht und der Spaß daran.

Es geht hier rein um den Polizeieinsatz und nicht um die Bewertung des RB Leipzig, ob dieser in der Liga was zu suchen hat oder nicht. Denn eines dürfte klar sein, ohne diese Gewalttäter, die nahezu jeder Verein hat, würde der Sport im Vordergrund stehen.