Mit den Kollegen auf Streife: Kind wird von mehreren Erwachsenen gejagt

16. November 2017 at 20:23

Mit den Kollegen auf Streife: Kind wird von mehreren Erwachsenen gejagtEiner unserer Teamkollegen schildert im folgenden Bericht ein persönliches Erlebnis, dass ihn sehr beschäftigt und das auch das Team insgesamt sehr schockiert:

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“Kürzlich hatten wir einen Vorfall der unschönen Art.

Was mich allerdings auch fassungslos gemacht hat, war die Tatsache, dass keiner der “Zuschauer” einen Notruf abgesetzt hatte.

21:45 Uhr, wir wollten gerade zur Dienststelle zurück, um Feierabend zu machen. Was wir aber dann zu sehen bekamen, war erbärmlich.

Eine wild gewordene Horde, leider muss ich diese Leute so bezeichnen, jagte ein Kind durch die Straßen. Wir, zu zweit, stellten uns zwischen den Jungen und seine Verfolger. Was uns seitens der Verfolger entgegen schlug waren Rufe wie
“Haut ab, ihr habt damit nichts zu tun”, “Bastarde schützen einen Bastard” und “Ausländer raus”.

Ganz ehrlich, meinem Kollegen und mir ging der Arsch auf Grundeis. Wir dachten echt, die rennen ohne Rücksicht auf Verluste gegen uns und machen uns platt.

Erst als Unterstützungskräfte zu Hilfe kamen, konnten wir den kleinen syrischen Jungen, der im übrigen einen Schock erlitten hatte, in Sicherheit bringen.

Strafanzeigen gegen alle Beteiligten des Mobs wurden gefertigt.

Der kleine Mann war gerade mal 12 Jahre alt, ist einer Hölle entflohen und nun erlebt er dies in unserem Land.

Es macht mich einfach nur noch fassungslos und wütend. Was ist mit den Menschen nur los?”

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Als der Kollege uns von diesem Erlebnis berichtete, mussten wir alle erstmal schlucken. Obwohl wir alle lange Erfahrung in unserem Beruf haben, lassen uns solche Vorfälle nicht kalt.
Was muss in Menschen vorgehen, dass sie sich dafür entscheiden, ein Kind zu hetzen? Kann man dieses Verhalten überhaupt noch als “menschlich” bezeichnen?

Reicht es hier noch zu sagen, dass sich diese Leute was schämen sollten? Nein, sicherlich nicht. Diesen Leuten muss durch harte rechtliche Konsequenzen klar gemacht werden, dass unsere Gesellschaft es nicht toleriert und duldet, dass Menschen unwidersprochen Menschen jagen, egal aus welchem Grund und ganz abgesehen von den Reaktionen, die den Kollegen entgegen schlugen.

Für den Jungen wünschen wir uns, dass dieses Erlebnis ihn nicht traumatisiert zurück lässt und Menschen für ihn da sind, die ihn auffangen.

Wir möchten aber auch unserem Teamkollegen und seinen Kollegen für den beherzten Einsatz danken.

Jungs und Mädels, das habt ihr gut gemacht. Danke!