Widerstand mitten auf der Straße – Polizei: “Manchmal brauchen Polizisten Unterstützung”

29. November 2017 at 21:43

Widerstand mitten auf der StraßeBei manchen Vorfällen, die wir bei unserer Recherche entdecken oder von unseren Lesern zugesandt bekommen, bekommen wir ein Schleudertrauma vom Kopfschütteln. So erging es uns auch bei dem folgenden Fall, bei dem sich die Verkehrsteilnehmer durch Gleichgültigkeit, Arroganz und Egoismus bewiesen haben.

In Mülheim (Nordrhein-Westfalen) fiel einer Streife ein Pkw auf. Bei der anschließenden Kontrolle entdeckten die Polizisten weiße Tütchen mit Drogen. Aus dem mit drei Personen besetzten Fahrzeug stieg der 26-jährige Mitfahrer vom Rücksitz sofort aus und brüllte die Beamten an.

“Da der Mann offensichtlich flüchten wollte, stellten sich die Beamten ihm in den Weg. Es kam zu einer körperlichen Auseinandersetzung bei der der offensichtlich unter Drogeneinfluss stehende Mann zwei Polizeibeamte verletzte”, heißt es im Polizeibericht.

Während die Polizisten mit dem 26-Jährigen rangen, was mitten auf der Möhnestraße stattfand, reagierten die passierenden Verkehrseilnehmer in jeder Form anders, als es ratsam gewesen wäre. Während die einen einfach über den Gehweg fuhren, damit sie nicht warten mussten, gaben andere im Vorbeifahren gute Ratschläge, wie “Ihr seid schlecht zu sehen, geht besser von der Straße runter!”.

Von der Polizei heißt es:

“Auf die Idee, die auf der Straße befindlichen Personen abzusichern, kam keiner. Mit einem Pkw und eingeschaltetem Warnblinklicht wäre es sicher einfach gewesen, die im Einsatz stark beschäftigten Beamten vor den Gefahren des Straßenverkehrs abzusichern. Manchmal können auch Polizeibeamte etwas Unterstützung gut gebrauchen“.

Letztendlich kam es – und das wohl nur durch Zufall – zu keinen gefährlichen Situationen. Der 26-Jährige wurde in Gewahrsam genommen. Sein 45-jähriger Fahrer stand unter Alkohol- und Drogeneinfluss. Mehrere Anzeigen wurden gefertigt.