Auf ein Wort: Hier stimmt etwas nicht!

21. Dezember 2017 um 16:17 Uhr

Auf ein Wort: Hier stimmt etwas nicht!In Sachsen hat man auf den Sitzbezügen des Survivor R, dem neuen gepanzerten Einsatzfahrzeug der Spezialkräfte, eine Stickerei entdeckt, die manchen Leuten nicht gefällt. Als Reaktion auf die Öffentlichkeitsfahndung der Hamburger Polizei nach dem G20-Gipfel wurden von Linksextremisten “Fahndungsbilder” von Polizisten ins Netz gestellt (wir berichteten). Das Eine wird zum Skandal hochstilisiert, das Andere sogar beklatscht. Irgendwas stimmt doch hier nicht!

Die Presse hat ausführlich darüber berichtet, über die Stickerei im Survivor R. Das Logo auf den Sitzen zeige angeblich, wie Nazi-behaftet die sächsische Polizei sei und man führt allerlei Vergleiche mit Symbolen aus der Nazizeit an, um dies hieb- und stichfest zu beweisen. Sachsen, Nazis, das passt manchen einfach zu gut ins eigene Weltbild. Doch was ist dran an dem Vorwurf?

Um es kurz zu machen: Nichts! Die Stickerei zeigt das Wappen der Spezialkräfte in Sachsen, welches das Spezialeinsatzkommando seit 1991 unwidersprochen und unkritisiert trägt. Ober- und unterhalb des Logos befindet sich der Schriftzug “Spezialeinsatzkommando Sachsen”, was wohl kaum zu kritisieren ist. Allein die Schrift, die dort verwendet wurde, erregt zusammen mit der Symbolik die Gemüter.

Dabei ist auch das nicht zu kritisieren, denn die verwendete Frakturschrift wurde nicht von den Nazis erfunden und sie gehört zu einer Schriftart, die auf deutschem Boden über 500 Jahre lang zu der meist verwendeten Schriftart zählte, also lange schon bevor die Nazis ihre Schreckensherrschaft begründeten.

Alexander Will von der Nordwest-Zeitung kommt dann auch in seinem lesenswerten Kommentar folgerichtig zu dem Fazit: “Diese „Geschichte“ ist eine Luftnummer, sie strotzt vor Böswilligkeit, Unkenntnis und Vorurteilen.” Einer der wenigen, die sich wirklich mit dem Thema auseinander gesetzt haben und gegen diesen hochstilisierten Skandal, der keiner ist, geschrieben hat. Nützt aber nichts, die Stickerei soll entfernt werden, um die Gemüter zu beruhigen. Ein Kniefall vor einem ganz bestimmten Klientel!

Dem gegenüber stehen die “Fahndungsbilder” von überwiegend Berliner Polizisten, die auf der linksextremen Internetseite Indymedia veröffentlicht wurden und dort tagelang zu sehen waren. Zwar ist der Beitrag dort mittlerweile verschwunden, aber auf anderen linksextremen Seiten sind die Bilder, die Dateinamen wie “Mörder” und “Schweine” tragen, immer noch zu sehen.

Wo ist hier der Aufschrei? Wer regt sich hier auf (außer uns Polizisten)? Wer erhebt hier Vorwürfe und ruft “Skandal”? Fast niemand. Berlins Innensenator Andreas Geisel ist so ziemlich der einzige von Prominenz, der sich öffentlich dazu geäußert und die Bilder verurteilt hat. Ansonsten herrscht Stille, in der Medienwelt genauso, wie auch bei namhaften Politikern und den Bürgern. Schulterzuckend, so hat man das Gefühl, wird dies als gegeben und nicht änderbar hin genommen.

“Polizisten, stellt euch nicht so an! Ihr veröffentlicht ja auch Fahndungsbilder. Außerdem seid ihr Personen des öffentlichen Lebens, da muss man eben damit rechnen fotografiert und veröffentlicht zu werden”, so wird von manchen geunkt. Doch das stimmt nicht, auch Polizisten haben ein Recht am eigenen Bild, auch wir haben Persönlichkeitsrechte, die hier völlig ungeschützt bleiben. Und mehrere Anfragen von Kollegen, die von uns wissen wollten, ob sie auf den “Fahndungsbildern” zu erkennen sind, zeigt ganz deutlich, dass sich die Kollegen Sorgen machen, um sich und ihre Familien.

Vielleicht mag es wenig überraschen, dass beide genannten Vorfälle ihren Ursprung in der linken Szene haben. Das Bild von der Sitzstickerei kommt von einem linken Leipziger Stadtmagazin, die “Fahndungsbilder” finden sich nur auf linksextremen Seiten.

Das zeigt mal wieder sehr deutlich, wie sehr die Linke die Polizei als legitime Staatsmacht ablehnt, gar hasst. Alles, was zur Demontage der Polizei als Organisation (Sitzstickerei) oder zur Hetze gegen Polizisten (“Fahndungsbilder”) dienlich ist, wird nicht ungenutzt gelassen. Ein Skandal wird herauf beschworen, wo kein Skandal ist, das andere wird als legitimer Widerstand gegen die Staatsmacht, gegen den verhassten Staat, angesehen und bejubelt.

Und da wundern sich einige, dass Polizisten nicht gut auf die extreme Linke zu sprechen sind? Kürzlich konnte man nachlesen, wie ein sogenannter Experte sich zu diesem Thema äußerte und er sah die Schuld an dem Zwist zwischen Linke und Polizei allein bei der Polizei. Sie habe historisch ein Problem mit denen, die ihre Existenz verwünschen. Doch das ist kurzsichtig gedacht und falsch.

Ginge es alleine um die reine Ablehnung der Polizei, hätte sicher kein Polizist ein Problem mit der Linken, denn diese Meinung darf man in einem Rechtsstaat haben. Doch sie lässt kein Thema aus, um die Polizei zu diskreditieren, Befugnisse zu beschneiden, Polizisten persönlich anzugreifen und Vorwürfe zu erheben, die sich oft irgendwann in Luft auflösen. Dazu kommen noch die Linksextremisten und der schwarze Block, die das, was ihr politisches Pendant mit Worten erledigt, mit Taten auf die Straße bringen, indem sie mit Flaschen, Steinen und allem, was als Wurfgeschoss dienen kann, auf Polizisten werfen.

Dass unter diesen Umständen Polizisten nicht gut auf die extremen Linken zu sprechen sind, dürfte wohl kaum verwundern. Hier stellt sich auch nicht die Frage nach Henne und Ei. Wer den Stein auf uns Polizisten wirft, kann nicht unser Freund sein. Aktion, Reaktion. Die Ursache dazu liegt nicht bei der Polizei.

Wir fragen uns allerdings, um beim eigentlichen Thema zu bleiben, warum die Sitzstickerei zum Skandal werden konnte und die “Fahndungsbilder” nicht?! Warum die Sitzstickerei beseitigt wird um der Linken zu gefallen, die “Fahndungsbilder” aber im Netz bleiben?! Unwidersprochen, es wird einfach so hingenommen.

Da stimmt doch etwas nicht!