Angehörige bitten um Spenden: Geisterfahrer ermordet Familienvater

13. Dezember 2017 um 22:17 Uhr

Auch wenn wir Polizisten stets versuchen unseren Dienst so professionell wie möglich zu leisten, gibt es doch die Fälle, die wir auch privat mit uns herum tragen, die wir nicht einfach im Dienst belassen können. Wir denken an den Fall, denken an die Beteiligten, denken an die Hinterbliebenen – und leiden mit ihnen. Denn auch wir sind Väter, Mütter, Söhne und Töchter.

Die aufnehmenden Kollegen, und auch wir im Team, sind von diesem Vorfall tief betroffen.

Bereits am 24. November kam es zu einem folgenschweren Verkehrsunfall auf der A8 bei Leipheim. Um die Fakten richtig wiederzugeben, möchten wir den Polizeibericht zitieren:

“Nach derzeitigem Stand der Unfallermittlungen war es gegen 05.20 Uhr, etwa 600 Meter vor der Anschlussstelle Leipheim, zu dem Unfall gekommen, wobei eine Person getötet wurde. Dabei war ein Sattelzug in Richtung München gefahren und wurde von einem Mercedes überholt.

Der Fahrer dieses Wagens scherte knapp vor dem Sattelzug ein und bremste diesen aus. Im weiteren Verlauf fuhr der Mercedes an der Anschlussstelle Leipheim nach rechts, wendete sein Fahrzeug und fuhr in falscher Richtung zurück auf die Autobahn. Kurze Zeit später kam es auf dem linken Fahrstreifen zu einem Frontalzusammenstoß zwischen dem Mercedes und einem in Richtung München fahrenden BMW.

Für den 36-Jährigen aus dem Landkreis Aichach-Friedberg, welcher alleine im BMW saß, kam jede Hilfe zu spät. Er starb noch an der Unfallstelle.

Der 58-jährige Fahrer des Mercedes wurde mit schwersten Verletzungen in seinem Wagen eingeklemmt und musste von der Feuerwehr befreit werden. Erst danach konnte er mit dem Rettungshubschrauber in eine Klinik eingeliefert werden.”

Der 36-jährige Familienvater wurde zwischenzeitlich beigesetzt und sein vierjähriger Sohn nahm in einer bewegenden Traueranzeige Abschied von seinem Vater. Darin heißt es unter anderem:

“Lieber Papa,
ich wollte doch noch so viele schöne und glückliche Jahre mit Dir verbringen! […]
Doch Mama sagt mir einen Tag vor meinem 4. Geburtstag, dass Du einen schlimmen Autounfall hattest und Du nun ein Stern im Himmel bist. Ich habe zu Mama gesagt: ‘Wenn wir auch in den Himmel gehen, dann sehen wir den Papa wieder.’ […]
Mach’s gut Papa!
Dein Zwergi Max”

Es ist schwer für die Angehörigen, den Tod des geliebten Vaters, Ehemanns und Sohnes zu verkraften. Noch schwerer ist es allerdings mit dem Wissen, dass dieser Tod vorsätzlich herbei geführt wurde. Die Polizisten der APS Günzburg haben im Rahmen ihrer Ermittlungen Hinweise aufgedeckt, die den Verdacht erhärten, dass der Verkehrsunfall von dem Geisterfahrer absichtlich herbei geführt wurde. Aus diesem Grunde hat die Staatsanwaltschaft Memmingen den Tatvorwurf auf Mord erweitert.

In ihrer Traueranzeige bittet die Familie um Spenden:

McDonalds Kinderhilfe Stiftung: DE02 7002 0500 0008 8460 02
oder
Förderverein zur Erhaltung der Basilika St. Ulrich und Afra e. V.
DE06 7205 000 000 0289 85 „Stichwort: Tobias Rill“

Zusammen mit den Angehörigen danken wir jedem Spender!

Wir wünschen der Familie viel Kraft in der kommenden Zeit, wünschen ihnen ebenso eine gute Trauerbewältigung und jedwede Hilfe hierzu.

Lieber Max, Dein Papa ist zwar im Himmel, in Deinem Herzen ist er aber immer bei Dir und passt auf Dich und Deine Mama auf!