Ein einsamer Rentner, eine angehende Polizistin und das Weihnachtswunder

24. Dezember 2017 at 19:20

Für die meisten von uns gibt es nichts schlimmeres als Weihnachten alleine verbringen zu müssen. Am Heiligen Abend möchte man doch die Zeit mit seinen Liebsten verbringen, denn das ist es, was Weihnachten ausmacht. Was aber tun, wenn man einsam ist, man aber etwas dagegen tun möchte?

Herrn Kühne aus Berlin erging es so. Vor vier Jahren verstarb seine geliebte Frau kurz vor Weihnachten. Danach wollte er drei Jahre lang kein Weihnachten mehr feiern, zu tief saß der Schmerz, den er mit dem Weihnachtsfest verband. Doch 2017 sollte es anders werden.

Der 79-jährige Rentner hatte aber ein Problem. “Ich wünschte mir natürlich, dass meine Frau älter geworden wäre. Aber es sind auch die alten Freunde. Ich wünschte, es würde noch einen davon geben. Es fehlt mir einfach eine dieser Freundschaften”, sagt er mit Tränen in den Augen. Seine Frau verstorben, seine Freunde ebenfalls gestorben, der einzige Sohn wohnt weit weg. Wie sollte er so Weihnachten nicht alleine sein? Doch er hatte eine recht ungewöhnliche Idee. Er hing einen Gesuch-Zettel in einem Berliner Supermarkt auf und schrieb:

“Wo findet einsamer Rentner, Witwer, im kleinen Kreis zu Weihnachten einen Platz zum Mitfeiern? Wohnte 50 Jahre im eigenen Haus in Steglitz”

Lisa Gobel, 27 Jahre jung und bald mit ihrer Polizeiausbildung fertig, sah den Zettel und war gerührt. “Als ich den Zettel las, war ich eigentlich total im Stress. Die Wohnung, in der ich mit meinem Freund wohne, versank im Umzugschaos, ich war in Eile”, erzählt sie. Für sie war trotzdem klar, das darf so nicht bleiben, Herr Kühne muss eine Familie finden, damit er Weihnachten nicht alleine ist.

Sie fotografierte mit ihrem Handy das Gesuch, postete es auf Facebook und was dann geschah, gleicht einem Weihnachtswunder. Lisas Beitrag wurde fast 7.000 Mal geteilt und sie bekam etliche Zuschriften mit entsprechenden Angeboten für den einsamen Herrn Kühne. Lisa kann diese enorme Resonanz immer noch nicht fassen: “Keine Ahnung, wie das plötzlich so groß geworden ist. Ich finde es krass, auch für mich als Privatmensch, aber es ist halt super schön!”

Lisa nahm schließlich mit Herrn Kühne Kontakt auf, berichtete ihm von den vielen Zuschriften und vermittelte ihm so eine Familie, bei der er Weihnachten verbringen kann. Und Lisa, die Herr Kühne “Lisachen” nennt, hat selbst regelmäßig Kontakt zu dem Rentner, der nun nicht mehr einsam ist. Sie hört ihm zu und schenkt ihm ihre Zeit.

Für Herrn Kühne ein Weihnachtswunder der Mitmenschlichkeit.

Im folgenden Video könnte ihr euch die ganze Geschichte noch einmal anschauen. Herzergreifend!

Danke an Kollegin Lisa, dass sie das möglich gemacht hat. Ihr und auch Herrn Kühne wünsche wir ebenfalls frohe Weihnachten!