G20-Einsatz: Nachdem die Öffentlichkeitsfahndung nach den Tätern angekündigt war, stellten Linksextremisten “Fahndungsbilder” von Polizisten ins Netz

18. Dezember 2017 um 13:03 Uhr
G20-Einsatz: Nachdem die Öffentlichkeitsfahndung nach den Tätern angekündigt war, stellten Linksextremisten "Fahndungsbilder" von Polizisten ins Netz

Bild: Screenshot Indymedia mit verpixelten Gesichtern der Polizisten

“In jeder Uniform steckt ein Mensch mit einem Recht auf Privatsphäre und Schutz der eigenen Persönlichkeit.”
Berlins Innensenator Andreas Geisel

Zahlreiche Gewalttäter hat es beim G20-Gipfel in Hamburg gegeben, erste Verurteilungen gab es auch schon. Doch viele Täter konnten mit den üblichen Ermittlungen nicht identifiziert werden, so dass die Sonderkommission “Schwarzer Block” ankündigte, noch diese Woche eine Öffentlichkeitsfahndung zu starten.

Dies sah die linksextreme Szene wohl als Aufforderung zum Gegenschlag. Sie veröffentlichte auf der eigentlich vom Bundesinnenministerium verbotenen Seite Indymedia eine eigene “Fahndungsliste“, und zwar nach Polizisten. Dort waren Fotos mit Gesichtern von Polizeibeamten zu sehen, begleitet von einem völlig verschwurbelten Text und dem Aufruf zur Gewalt gegen Polizisten. (UPDATE 13 Uhr: Die Seite ist wieder online.)

Mittlerweile ist die Seite offline, Fakt ist aber, dass die Fotos den ganzen heutigen Morgen im Netz verfügbar waren. Der Staatsschutz des Landes Berlin hat die Ermittlungen aufgenommen.

Berlins Innensenator Andreas Geisel sah sich zu einem Statement genötigt, darin heißt es unter anderem:

“Diese Denunziation ist unerträglich. Ich verurteile, dass Menschen an den Pranger gestellt werden und dass offen zur Gewalt gegenüber Polizistinnen und Polizisten aufgerufen wird. Politische Linksextremisten zeigen wieder einmal ihr eigentliches Weltbild: Unter dem Deckmantel vermeintlich politischer Rhetorik steckt nichts anderes als Hass und Gewalt.

[…]

In jeder Uniform steckt ein Mensch mit einem Recht auf Privatsphäre und Schutz der eigenen Persönlichkeit.”