Gestohlene Kennzeichen und kein Führerschein: Zwei verletzte Polizisten nach Verfolgungsfahrt und Widerstand

7. Dezember 2017 at 21:38

Bildmaterial: Martin Reitmayer

Bildmaterial: Martin Reitmayer

Einer drohenden Verkehrskontrolle entkam zunächst ein Fahrzeug, dessen Fahrer eine waghalsige Flucht unter Missachtung sämtlicher Verkehrsregeln antrat, an dessen Ende doch die Handschellen klickten. Im Einsatz waren viele Polizisten zu Lande und in der Luft, zwei von ihnen wurden zum Teil schwer verletzt.

In der Nacht zum gestrigen Nikolaustag fiel einer Streife in Nürnberg (Bayern) ein Auto auf, bei dem offenbar die lesbaren Kennzeichen über anderen Kennzeichen montiert waren. Als die Streife das Fahrzeug kontrollieren wollte gab der Fahrer Gas und es folgte eine Verfolgungsfahrt quer durch den Westen Nürnbergs. Dabei raste das Fahrzeug mit stark überhöhter Geschwindigkeit ungebremst in Kreuzungsbereiche und fuhr entgegen der Einbahnstr.

Mittlerweile waren mehrere Streifenwagen in die Verfolgung eingebunden, als der Fluchtfahrer einen Fehler beging. Er steuerte seinen Opel in eine Sackgasse. Da hier mit dem Fahrzeug kein Entkommen mehr war, traten der Fahrer und seine beiden Mitfahrer die Flucht zu Fuß an. Doch auch die war für alle drei Insassen nicht erfolgreich.

Zwei der Männer konnten die Polizisten noch im Nahbereich festnehmen. Bei der Festnahme leistete einer der beiden derart massiven Widerstand, dass zwei Beamte zum Teil schwer verletzt wurden und sich in ärztliche Behandlung begeben mussten. Den dritten Flüchtigen, der Fahrer des Fluchtwagens, konnten die Polizisten mit Unterstützung eines Polizeihubschraubers am Main-Donau-Kanal festnehmen.

Wie sich zeigte, waren die angebrachten Kennzeichen an dem Opel in Fürth gestohlen worden und der Fahrer hatte keinen Führerschein. Ob dies die einzigen Gründe für diese waghalsige Flucht waren, müssen die Ermittlungen zeigen, die sich allerdings schwierig gestalten.

Die drei Festgenommenen im Alter von 31 bis 34 Jahren kommen allesamt aus Osteuropa und können nur mithilfe eines Dolmetschers befragt werden. Gut möglich, dass sie auch noch anderes im Schilde führten. Die umfangreichen Ermittlungen hierzu werden noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

☎️ Die Polizei Mittelfranken bittet jedenfalls Verkehrsteilnehmer, die durch die beschriebene Fahrweise behindert, gefährdet oder gar geschädigt wurden, sich dort unter Telefonnr. 09 11 65 83 – 1114 zu melden. Sie würden damit maßgeblich den Kollegen bei der Aufklärung zahlreicher straf- und ordnungsrechtlich relevanter Sachverhalte helfen.

Wir wünschen den verletzten Kollegen eine schnelle und vollständige Genesung!