Technischer Defekt oder Handhabungsfehler: Zweimal unbeabsichtigte Schussabgabe

16. Dezember 2017 um 15:45 Uhr

Technischer Defekt oder Handhabungsfehler: Zweimal unbeabsichtigte SchussabgabeDie Maschinenpistole MP5 von Heckler & Koch gehört zu den Standardwaffen der deutschen Polizei. In allen Ländern und im Bund ist sie vorhanden und die Waffen sind teils schon über 30 Jahre alt. Dennoch zählt sie zu den zuverlässigen Waffen und seit dem die terroristische Bedrohung in Deutschland greifbar geworden ist, zählt sie auch zu der Ausrüstung, die Polizisten zum Teil auf den Weihnachtsmärkten mitführen.

Zweimal ist es jedoch in der vergangenen Woche in Hannover (Niedersachsen) zu einer unbeabsichtigten Schussabgabe gekommen. In beiden Fällen waren es unterschiedliche Waffen und, so ist zu vermuten, waren es verschiedene Waffenträger.

Der erste Vorfall ereignete sich am Montag gegen 16:50 Uhr, als ein Polizist nach dem Weihnachtsmarkteinsatz die Waffe an einen anderen Beamten übergeben wollte. Der Schuss löste sich und schlug in den Asphalt ein. Der zweite Vorfall nur zwei Tage später im Entladebereich der ZPD (Zentrale Polizeidirektion), als ein Beamter die Waffe entladen und sichern wollte. Das Projektil drang ins Erdreich ein.

In beiden Fällen blieben die Polizisten unverletzt und es bestand keine Gefährdung Dritter. Ebenfalls in beiden Fällen hielten die Beamten die Waffe so, wie es im Schießtraining gelehrt und in den Vorschriften festgehalten ist: Mit der Mündung schräg nach unten in Richtung Boden.

Warum sich die Schüsse lösten ist noch unklar und ist Gegenstand von Ermittlungen. Beide Waffen wurden eingezogen und werden einer technischen Prüfung unterzogen. ZDP-Sprecher Karsten Wolff dazu: “Wir können derzeit in beiden Fällen weder einen technischen Defekt noch mögliche Handhabungsfehler ausschließen.”

Zudem weist Wolff darauf hin, dass seit der Absage des Karnevalszugs in Braunschweig und des Fußball-Länderspiels in Hannover 2015 die Handhabung der MP5 in der Aus- und Fortbildung besonders trainiert wird.

An anderer Stelle wurde bereits gemutmaßt, dass es sich nur um einen Handhabungsfehler handeln könne. So lange die Ermittlungen dazu nicht abgeschlossen sind, ist das jedoch nur eine Mutmaßung und der möchten wir uns nicht anschließen.

Viel wichtiger für uns ist, dass die Ursache ermittelt wird und dass dabei niemand zu Schaden kam!