Unser Jahresrückblick: Das war 2017 – unsere Wünsche für 2018

31. Dezember 2017 at 19:22

Unser Jahresrückblick: Das war 2017 - unsere Wünsche für 2018Ein turbulentes Jahr liegt hinter uns. 2017 hielt für uns alle so manche Überraschung parat. Bei manchen lief das Jahr ganz gut, bei anderen weniger.

Fangen wir mit den weniger schönen Dingen an.

Wir mussten im Laufe des vergangenen Jahres viele schlimme Nachrichten schreiben. Ob Unfälle, Angriffe auf Kollegen, ausgeartete Demos mit einer nie dagewesenen Gewaltorgie, fragwürdige Gerichtsurteile, Fehler aus verantwortlichen Reihen, verletzte und sogar getötete Kollegen.

Wir möchten ausdrücklich auf unserer Seite die gesamte Bandbreite der polizeilichen Arbeit, aber auch den Einblick in unser Denken und Fühlen darstellen. Uns persönlich, den Admins im Team, fällt es allerdings immer schwer, negative oder schlechte Nachrichten zu veröffentlichen.

Sie kosten Kraft, verursachen oft Unverständnis, auch wenn uns derlei aus dem täglichen Dienst selbst bekannt ist. Aber sie gehören dazu und zeichnen leider allzu oft ein negatives Bild vom Polizeiberuf.

Auch erhielten wir viele persönliche Zuschriften unserer Leser. Menschen, die Probleme hatten, die Hilfe oder einfach nur Verständnis suchten. Hier haben wir so gut es ging geholfen und zwar auf sämtlichen Seiten, namentlich auf Facebook, Twitter, Instagram und per Email.

Falls wir mal jemanden vergessen haben sollten, was durchaus vorkommen kann: bitte nicht böse sein. Wir betreuen unsere Seiten in unserer knappen Freizeit und wir hoffen, dahingehend auf Verständnis, wenn uns auch mal ein Fehler unterläuft oder wir mal jemanden vergessen haben.

Allerdings wissen wir auch, dass bei einigen unserer Leser das Jahr 2017 ein schreckliches Jahr war, mit dienstlichen und/oder privaten Problemfeldern, Schicksalsschlägen, Krankheiten oder anderen Steinen, die ihnen in den Weg gelegt wurden. Manch einer hat sich uns anvertraut. Wir hoffen, dass gerade für euch das Jahr 2018 eine positive Wendung bereit hält!

Insbesondere der G20-Gipfel in Hamburg hat uns dieses Jahr sehr beschäftigt und teils den Atem stillstehen lassen. Viele verletzten Kollegen waren zu beklagen, Bilder mit Rauchschwaden über der Stadt, brennenden Autos und Barrikaden, Bilder, die wir hier in Deutschland nicht für möglich gehalten hätten und so auch nicht wieder erleben möchten.

Zu so einigen Skandalen, die als solche dargestellt wurden, haben wir Stellung bezogen und aufgezeigt, warum es sich um keinen Skandal handelt. Auch Fakenews haben wir als unwahr aufgedeckt.

Besonders schlimm gestaltete sich das Jahresende. Zwei junge Kolleginnen in Hessen und Nordrhein-Westfalen sind im Dienst für die Allgemeinheit ums Leben gekommen. Die eine durch einen Verkehrsunfall, die andere vermutlich durch eine schreckliche Vorsatztat. Ihnen beiden, aber auch allen anderen Kollegen, die im Verlaufe des Jahres 2017 ihr Leben lassen musste, gedenken wir mit erhobener Hand zum Ehrensalut.

Den zahlreichen verletzten Kollegen, die im Einsatz teils so schwer verletzt wurden, dass sie auch ins neue Jahr hinein dienstunfähig sein werden, wünschen wir eine möglichst schnelle und vollständige Genesung!

Demgegenüber gab es aber auch viele schöne Momente.

So lernten wir im Laufe des Jahres einige Polizisten-Menschen kennen. Ihre Geschichten könnt ihr in unserem gleichnamigen Album noch einmal nachlesen. Auch haben uns viele Kollegen, aber auch Angehörige von Polizisten, in persönlichen Zuschriften ihre Gedanken- und Gefühlswelt offenbart, die wir in Form von Leserbriefen veröffentlicht haben. Vielen Dank dafür!

Über so einige Kuriositäten und lustigen Momente haben wir zusammen gelacht. Manche unserer Leser haben wir auch ins Herz geschlossen und würden es missen, keinen regelmäßigen Kontakt zu haben. Und sogar einige Freundschaften hat uns der Kontakt über die Seite beschert, bei manchen “nur” virtuell, bei anderen auch persönlich. Dafür sind wir sehr dankbar!

Das Jahr 2017 hat Polizist=Mensch zur mittlerweile größten inoffiziellen deutschsprachigen Polizeiseite werden lassen und wir danken allen, die dazu beigetragen haben, durch Zuschriften, Bildgrüße, Kommentare oder durch ihren Like.

Was wir uns wünschen

Wir wünschen uns zum Jahresabschluss, dass ihr, unsere Leser, uns erhalten bleibt und vielleicht der oder andere noch zu uns findet und sich bei uns wohl fühlt.

Wir wünschen uns, dass alle Kollegen/innen stets gesund ihren Dienst beenden können, dass weniger Gewalt und dafür mehr Respekt herrscht; nicht nur uns Uniformierten gegenüber, sondern gegenüber jedem Mitmenschen.

Wir wünschen uns nicht nur von Teilen der Gesellschaft mehr Anerkennung, sondern insbesondere auch von der politischen, juristischen und der Führungsebene. Wir alle sind Menschen und wir haben mit Menschen zu tun. Wir sind nicht einfach nur eine Personalnummer und wir haben es nicht einfach nur mit Fällen zu tun. Hinter jeder Nummer steckt ein Mensch, hinter jedem Fall ein Schicksal.

Denkt bitte daran, dann wäre uns Polizisten und auch so einigen Bürgern schon viel geholfen!

Apropos Führungsebene: Wir mussten im Verlaufe des Jahres einige Bildgrüße im Nachhinein löschen, weil wir von den jeweiligen Einsendern darum gebeten wurden. Wie sich zeigte, wurden die jeweiligen Fotos von der Führung anders wahrgenommen, als vom Großteil unserer Leser.

Ein Beispiel: Eine Kollegin hatte sich im Einsatzanzug als Selfie abgelichtet und uns als Bildgruß zugesandt. Der Chef der Kollegin sah die Polizei in diesem Bild nicht adäquat dargestellt und drohte mit Konsequenzen. Zu unserem und zum Unverständnis der Kollegin, denn auf diese Weise sieht man sie tagtäglich draußen auf der Straße ihren Dienst leisten. Wir haben das Bild dennoch gelöscht, nicht, weil die Führung es so wollte, sondern um negative Konsequenzen von der Kollegin abzuwenden.

Daher unsere Bitte: Die sozialen Netzwerke sind für die Außendarstellung der Polizei kein notwendiges Übel, sondern eine Chance! Zahlreiche Seiten ausländischer Kollegen, namentlich aus den Niederlanden, Australien, den skandinavischen Ländern, den USA und Kanada, zeigen ganz klar auf, dass man die Polizei menschennah darstellen kann, wenn man den Kollegen den Freiraum dafür lässt.

Diese Erkenntnis machen aber auch wir von Polizist=Mensch. Die zahlreichen Bildgrüße, insbesondere aber dann, wenn die Kollegen auf den Bildern zu sehen sind, kommen bei unseren Lesern gut an und zeigen eine Bürgerpolizei, den Menschen in der Uniform. Was daran soll falsch sein?

Abschließend, wenn es sich einrichten lässt, wären mehr Personal und eine durchdachtere und optimierte Ausstattung, ausgerichtet an den Belangen derjenigen, die damit arbeiten müssen, auch sehr hilfreich.

In diesem Sinne wünschen wir für hier und jetzt allen einen guten Ausklang des Jahres 2017, rutscht gut hinein ins neue Jahr und den in dieser Nacht aktiven Einsatzkräften wünschen wir, wo auch immer ihr eingesetzt seid, einen möglichst ruhigen Dienst, damit auch für euch noch etwas Zeit bleibt, gemeinsam anzustoßen.

Rutscht gut rein, wir lesen uns nächstes Jahr

Herzlichst
Euer Polizist=Mensch Team