Bodycam: Saarland nutzt Kameras im täglichen Dienst – Nordrhein-Westfalen bricht Testphase ab

29. Januar 2018 um 16:39 Uhr

Bodycam: Saarland nutzt Kameras im täglichen Dienst - Nordrhein-Westfalen bricht Testphase abBei einigen Polizeien in Deutschland werden die als Bodycam bezeichneten Körperkameras getestet, mit positiven Erfahrungswerten. Bei zwei Länderpolizeien endete nun die Testphase, mit höchst unterschiedlichen Ergebnissen. Während im man im Saarland die Testphase erfolgreich abschloss und nun weitere Kameras für den täglichen Dienst anschafft, bricht man in Nordrhein-Westfalen die Testphase ab. Die Test-Bodycams taugen nicht für den Polizeidienst.

Die Saar-Polizei hat ihren Testlauf erfolgreich beendet. So sagte Innenminister Bouillon: “Wir haben in der Testphase festgestellt, dass die Straftaten gegen Polizisten um 20 Prozent gesunken sind. Es gab weniger Angriffe auf unsere Beamten, die Kameras haben ein deeskalierende Wirkung.”

Die in voller HD-Auflösung aufzeichnenden Geräte, die neben Video auch Ton aufnehmen, kommen im täglichen Dienst zum Einsatz, nicht jedoch bei Großeinsätzen. Dabei laufen die Kameras zunächst nicht mit, außer die Situation erfordert es. Dann schaltet der Polizist die Kamera ein und das polizeiliche Gegenüber sieht sich selbst auf dem Display der Kamera. Wird die Aufnahme nicht benötigt, wird sie automatisch nach 24 Stunden gelöscht, ansonsten wird sie gesichert.

72 Bodycams sollen nun beschafft und an die einzelnen Dienststellen ausgegeben werden. 125.000 Euro werden dafür investiert.

Gänzlich anders sieht die Situation derzeit in Nordrhein-Westfalen aus. Dort wurde aktuell die Testphase mit den angeschafften Bodycams abgebrochen. Allerdings nicht, weil man sich gegen die Körperkameras entschieden hätte, sondern weil die Testkameras für den Polizeidienst untauglich sind.

Die im April 2017 noch von Innenminister Jäger angeschafften 200 Bodycams wurden von Polizisten der Dienststellen in Düsseldorf, Duisburg, Köln, Wuppertal und im Kreis Siegen-Wittgenstein getestet. Hierbei stellte sich heraus, dass diese “ständig störanfällig” und zudem “ungeheuer schwer” seien.

Dies erklärte Innenminister Reul und brach aus diesen Gründen den Probelauf ab. Doch damit endet das Projekt Bodycam nicht. Nach einer Neuausschreibung sollen andere Geräte getestet und auf ihre Tauglichkeit hin überprüft werden.