Erschossener Diensthund: Kein Haftbefehl für Schütze

17. Januar 2018 um 21:14 Uhr

Erschossener Diensthund: Kein Haftbefehl für SchützeBevor wir zum eigentlichen Thema kommen, möchten wir auf unsere Seitenregeln und die Netiquette hinweise und um deren Einhaltung bitten. Zudem weisen wir darauf hin, dass uns die Einzelheiten dieses Vorfalles nicht bekannt sind, sodass es uns nicht möglich ist, diese Entscheidung vollumfänglich zu beurteilen.

Am 13. Januar kam es, wie wir berichteten, zu einem Großeinsatz der Polizei in Fulda (Hessen), da ein Mann in Richtung seines Bruders mit einer Kleinkaliberwaffe geschossen hatte und auch danach noch weitere Schüsse in der Wohnung abgab.

Als das Spezialeinsatzkommando zusammen mit den ebenfalls eingesetzten Diensthundeführern die Wohnung betraten, konnte der 63-jährige Mann zwar festgenommen werden, hierbei wurde durch den Schützen jedoch einer der Diensthunde (Odin) tödlich verletzt.

Der Tod des Diensthundes fand große Beachtung und hohe Anteilnahme unter unseren Lesern. Nun wurde jedoch bekannt, dass für den Schützen kein Haftbefehl beantragt wurde. “Es liegt kein dringender Tatverdacht vor, der einen Haftbefehl rechtfertigen würde”, lässt Harry Wilke von der Staatsanwaltschaft Fulda wissen.

Demnach gebe es keine belastbaren Hinweise darauf, dass der Schütze seinen Bruder oder einen Beamten des SEK töten oder verletzen zu wollen. Ob der 63-jährige Schütze die Waffe legal besaß ist derzeit noch unklar. Auch ein möglicher Alkohol- oder Drogenkonsum kann noch nicht ausgeschlossen werden und ist Gegenstand der aktuellen Ermittlungen.

Der Schütze befindet sich nach wie vor im Krankenhaus, da er beim Zugriff des SEK kollabiert war.

Unabhängig von den Einzelheiten des Vorfalles, die wir nicht kennen, lasst uns mal kurz spekulieren: Das SEK stürmt die Wohnung und führt einen Diensthund mit. Der Diensthund wird tödlich von einem Projektil getroffen und es gibt keine Hinweise darauf, dass der Mann jemanden töten oder verletzten wollte?

Kamen die Kollegen durch die Tür und der Diensthund durch das rückwärtig liegende Fenster herein? Wenn nicht, müssten zwei- und vierbeinige Kollegen aus derselben Richtung gekommen sein. Und selbst wenn nicht, könnten Querschläger ebenfalls tödliche Verletzungen verursachen.

Alleine das Abfeuern einer scharfen Waffen IST gefährlich, sogar lebensgefährlich für jeden, der in die Schussbahn gerät. Siehe verstorbener Diensthund. Und da gibt es keinen Grund für einen Haftbefehl? Verstehen nur wir das nicht?

Dem Diensthundeführer von Odin gilt weiterhin unser Mitgefühl.