Gedanken von Chris zum Tod von Kollegin Yvonne aus NRW: Kloß im Hals, mir fehlen die Worte

4. Januar 2018 at 20:12

Gedanken von Chris zum Tod von Kollegin Yvonne aus NRW: Kloß im Hals, mir fehlen die Worte

“Ich würde gerne etwas dazu sagen. Allein mir fehlen die Worte.

Immer wenn ich versuche etwas zu formulieren kocht die Wut in mir so hoch, dass ich nur noch unqualifizierte Bemerkungen schreiben kann. Dann wieder macht es mich so traurig, dass ich einen Kloß im Hals verspüre und der Kopf leer ist, weil er nicht fassen mag, dass so etwas passiert.

Aber vielleicht kann sich jeder selbst mal darüber Gedanken machen, was es bedeutet Polizist zu sein. Da stellen sich Menschen auf die Straße, die weder Anerkennung in der Gesellschaft genießen, noch viel Geld für ihre Arbeit kriegen, die sie auch noch im Schichtbetrieb absolvieren.

Und warum? Damit wir, die Gesellschaft, in Ruhe und relativer Sicherheit leben können. Und so danken wir es denen?

Ich will nicht glauben, dass es so… – sehen sie, beinahe wäre ich wieder ausfallend geworden.

Nein, ich bin kein Polizist. Und ja, auch ich habe mich schon über den einen oder anderen Polizisten geärgert, weil ich mich ungerecht behandelt fühlte. Wenn ich aber in Ruhe darüber nachdachte, warum mir diese “Aufmerksamkeit” zuteil wurde, muss ich ehrlich zugeben, dass ich entweder tatsächlich etwas angestellt hatte (dann muss man halt auch mal dazu stehen und seine Strafe annehmen), oder es präventive Maßnahmen waren.

Und gerade diese präventiven Maßnahmen sind es doch die wir von der Polizei fordern! Tätig werden bevor etwas passiert!

Wie soll das denn gehen ohne Kontrolle und leider manchmal auch Einschränkungen? Und wenn man sich auch hundert mal irrt, aber den Einen vorher erwischt, war es dann das nicht wert?

Polizisten beleidigen, bespucken, verletzen oder wie hier zu töten, was soll ich von diesen Menschen halten? Was ist das für Gedankengut?

Ich will mich hier nicht weiter über die Werte der Gesellschaft auslassen. Das würde mich nur noch trauriger machen. Denken sie bitte auch darüber mal nach.

Ich möchte nur noch eines sagen:

Danke!

Danke, an alle Polizeibeamten, die in jeder Stunde und unter Einsatz ihrer eigenen Gesundheit und ihres Lebens ihr möglichstes tun, um mir ein sorgenfreies Leben zu bescheren. Ich weiß nicht warum Sie diese Entscheidung für ihre Berufswahl getroffen haben. Aber ich bin froh, dass Sie da draußen sind und für mich ihren Job machen.

Das gilt natürlich auch für alle anderen Personen, die ihren Kopf für die Gesellschaft hinhalten. Wie zum Beispiel: Feuerwehr, Rettungsdienst, THW, Bundeswehr und so viele andere…

Chris”

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Chris ist uns namentlich bekannt. Diese Zeilen geben die persönliche Meinung des Autors wieder. Der Leserbrief bezieht sich auf diesen Vorfall.