Gedanken von Steve: Der verheizte Polizist

21. Januar 2018 at 20:48

Gedanken von Steve: Der verheizte PolizistSteve ist kein Polizist, aber er kennt einige aus dem persönlichen Bereich und er hat sich so seine Gedanken gemacht:

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“Den Ansatz hierzu lieferte der G20-Gipfel. Dieses Thema wurde zur genüge durchgekaut, war aber ein Spiegel dessen was sich in kleinerem Rahmen auf den Straßen abspielt. Der Zeigefinger wird hoch erhoben, wenn Bilder eines “prügelnden” Beamten durch die Medien gehen, ohne dass Hintergründe genau durchleuchtet werden.

Polizist=Mensch.

Dieser Titel sollte auch die Schattenseiten eines Menschen in Uniform aufzeigen. 60 Stunden im Einsatz. Darauf konnten viele Beamte in der Vergangenheit zurückblicken. Keine Dienstanweisung oder Schulung bereitet einen auf so etwas vor. Im zivilen Leben ist es oft schon schwer allem gerecht zu werden. Familie und Soziales steht oft hinten an und weicht der Pflicht im Alltag.

Das Pflichtbewusstsein und die Leidenschaft stärkt den Menschen bei dem Spagat Leben. Aber selbst im zivilen Leben stellt man sich oft die Frage: “Für was?!”.

Ich sehe Beamte die nach Doppel- und Dreifachschichten auf ein Bild ihrer Familie in der Geldbörse starren. Ich sehe Menschen die Gewalt, Hass und Spott ausgeliefert werden und unter Berücksichtigung aller Dienstanweisung alles verdrängen sollen. Menschliche Emotion in der Situation.

All diese Gefühle, die entgegen schlagen, lösen bei jedem Menschen eine Reaktion aus. Einsatzkräfte. Sie sollen funktionieren. Am Ende bleibt der Polizist aber auch Mensch. Irgendwann ist nach 45-60 Stunden auch einmal Schluss und der Mensch tritt zum Vorschein.

Ohnmacht.

Der Masse zum Fraß vorgeworfen wehrt sich der Mensch in Uniform.

Dies sind dann die Bilder in den Medien die eigentlich eines zeigen: Sie wurden allein gelassen und sind am Ende auch nur Menschen wie wir ….”

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Der Autor ist uns namentlich bekannt. Der Leserbrief gibt die persönliche Meinung des Autors wieder.