Kollege Peter zu Tatooerlaubnis bei der Polizei Berlin: Lieber (tätowierter) Hauptstadtbulle als ein Ochse

10. Januar 2018 at 19:50

Kollege Peter zu Tatooerlaubnis bei der Polizei Berlin: Lieber (tätowierter) Hauptstadtbulle als ein OchseKürzlich hat die Polizei Berlin als erste Polizei in Deutschland verlautbaren lassen, dass man ab sofort auch im sichtbaren Bereich Tattoos unter der Uniform hervor schauen lassen darf. Einzige Einschränkung: Hand, Hals oder Gesicht müssen tattoofrei bleiben und die Motive dürfen nicht unangebracht sein.

Wir hatten bereits unsere Leser gefragt, wie sie das übliche Tattooverbot bewerten und der überwiegende Teil hat kein Problem damit, wenn Polizisten Tattoos zeigen. Aber nicht jeder kann sich mit diesem Bild anfreunden und so hat Kollege Peter aus Berlin, der schon das ein oder andere Mal seine unverblümte Meinung bei uns vertreten hat, klare Worte gefunden:

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“Die Berliner Polizei hat sich entschlossen, mit der Zeit zu gehen und allgemein akzeptierte, gesellschaftlich anerkannte Tendenzen, zu tragen.

Polizisten dürfen tätowiert sein.

Ich trage meine Frau unter der Haut, Ihr tragt Eheringe … verdammt noch mal, wo ist das Problem?

Die Kommentare, die ich in der Diskussion darüber gelesen habe, gehen derart auseinander, dass ich mir denke, ich bin immer noch ein potentiell verdächtiger Straftäter, der eigentlich im Knast sitzen müsste oder ein Seemann ist … Merkt Ihr ewig gestrigen noch was?

Jeder, der sich ein Bild in die Haut stechen lässt, hat eine Intention. Jedes Tattoo hat für den Träger eine Bedeutung, sei es eine Aufarbeitung oder einfach eine Einstellung nach außen zu tragen.

Die Behördenleitung hat entschieden, dass sogar Polizisten extrovertiert sein dürfen.

Meiner persönlichen Meinung nach, eine zeitgemäße und richtige Entscheidung.

Gerade in den wirklich belasteten Städten brauchen wir keine Polizeibeamten mit adretter Kurzhaarfrisur und Oberlippenbärtchen, die mit Mokassins und weißen Socken rumlaufen.

Berlin braucht Bullen.

Punkt.

Wir brauchen Bullen, denen egal ist, ob sie dem mainstream gefallen. Wir brauchen hier, wo wir mit Gewalt zu tun haben, Polizisten, die die Kritiker aus den Dörfern nie verstehen werden, Kameraden, die funktionieren. Egal, wie sie aussehen. Wenn wir manchmal nicht dem Bild entsprechen, dass in den Köpfen geprägt ist, dann sag ich pauschal „sorry, Ihr Kleingeister“.

Wir machen hier Dinge, die Ihr niemals erleben werdet. Die meisten von uns haben eine Gewalt hautnah erlebt, die Ihr nicht einmal aus dem Fernsehen kennt …

Und Ihr wollt uns dafür kritisieren, dass wir nicht Eurem Bild des Nachbarschaftspolizisten entsprechen?

Geht spielen.

Und weil ich schon dabei bin … Das social media team hat auf twitter den hashtag #Hauptstadtbulle benutzt und ist dafür in der Kritik …

Wo ist Euer Problem, Ihr Langweiler? Wir sind, verfickte Scheisse nochmal, Bullen. Ihr wollt, dass die Stadt funktioniert und wir uns um die Drecksarbeit kümmern. Ihr wollt, dass Ihr möglichst wenig von dem, was wirklich passiert, merkt, damit Euer behütetes Leben in geregelten Bahnen verlaufen kann. Und genau dafür braucht Ihr Hauptstadtbullen und keinen gestriegelten Dorfpolizisten mit Oberlippenbärtchen.

Jede Stadt bekommt die Helden, die sie verdient.”

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Weitere lesenswerte Meinungsäußerungen von Peter könnt ihr in seinem Blog oder auf Twitter nachlesen.