Nordrhein-Westfalen korrigiert Entscheidung der Vorgängerregierung: Streifenwagenflotte soll ausgetauscht werden

28. Januar 2018 um 20:10 Uhr

Nordrhein-Westfalen korrigiert Entscheidung der Vorgängerregierung: Streifenwagenflotte soll ausgetauscht werdenIm Herbst 2015 wurden die BMW vom damaligen Innenminister Jäger als Standardstreifenwagen für die Polizei in Nordrhein-Westfalen beschafft und dieser ließ sich dafür feiern. Vielen Polizisten in NRW war von vornherein klar, dass dieser Wagen nur bedingt tauglich ist.

Also hagelte es auch schnell Kritik, denn selbst als Familienkutsche ist der BMW nur bedingt tauglich. Sicherheitswesten und Helme finden z.B. keinen Platz im Kofferraum. Also wurden die kurzerhand auf den Rücksitz gelegt. Nur wohin damit, wenn die Kollegen einen “Kunden” oder einen Praktikanten an Bord haben?

Aber auch die Sicherheit kommt im BMW zu kurz. So ist das Türfach für die Maschinenpistole (MP) zu eng. Die MP kann im Ernstfall nicht schnell genug gezogen werden. Des weiteren fiel öfters der Funk aus, weil größere Kollegen an den Verteilerkasten im Fußraum gestoßen waren.

Im Innenraum war/ist es gerade für Kollegen, die die 1,70 Meter locker überschreiten, zu eng und wenn man dann noch zu dritt unterwegs ist, wird es extrem “kuschelig”. Es kann doch nicht sein, dass der Kollege, der auf der Rückbank Platz nahm, erst aussteigen konnte, wenn der Vordermann aus dem Fahrzeug raus war und den Sitz nach vorne geschoben hatte! Das ist allerdings Alltag.

In den kommenden fünf Wochen werden nun die Kompaktvans BMW Grand-Tourer, Ford S-Max, VW Touran, Opel Zafira und den Bus Mercedes Vito in der Kurzversion getestet und dies endlich auch von Polizisten, die täglich darin ihren Dienst verrichten müssen.

Allerdings sind die BMW noch bis 2019 im Einsatz, erst dann können die ersten Leasingfahrzeuge zurückgegeben werden. Der BMW wurde auch gewählt, da der Konzern für die europaweite Ausschreibung den Zuschlag erhalten hatte.

Da auch die Kosten für die Fahrzeuge mit 21 Millionen Euro doch sehr hoch liegen, will das LZPD (Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste) die Streifenwagen künftig wieder kaufen und nicht mehr leasen. In NRW sind ca. 2.000 Streifenwagen auf den Straßen unterwegs.

Zustimmung für diese Verfahrensweise erhält der Innenminister auch von einer der Gewerkschaften: “Ich finde es genau richtig, dass die Fahrzeuge jetzt endlich von den Personen auf ihre Praxistauglichkeit getestet werden, die mit ihnen täglich umgehen müssen – nämlich den Streifenpolizisten”.

Auch die Beamten und wir begrüßen dieses Vorgehen, dass nun endlich diejenigen testen dürfen, die täglich damit unterwegs sein müssen. Für die Kollegen ist der Streifenwagen das rollende Büro und da sollten in Punkto Sicherheit und Praxistauglichkeit keine Abstriche gemacht werden.

Daher Daumen hoch nach NRW dafür