Oberschenkelholster in Schleswig-Holstein eingeführt

23. Januar 2018 at 16:11

Nicht wenige Polizisten haben so ihre Probleme mit dem Standardholster für die Dienstpistole. Mit ihrem Gewicht drücken Holster plus Waffe auf die Hüftknochen und bei den Standardsitzen im Streifenwagen drückt es noch zusätzlich und engt den Sitzkomfort ein.

Ein Oberschenkelholster ist da eine mögliche Lösung, doch viele Polizeien tun sich schwer mit der Einführung. Angeblich sehe es zu martialisch aus und erinnere, wie man im verlinkten Artikel nachlesen kann, an Cowboys im Western. Das ist natürlich völliger Blödsinn, denn das Oberschenkelholster ist eine Möglichkeit, die Last von der Hüfte zu nehmen und damit proaktiver Gesundheitsschutz.

Dies war auch die Überlegung bei der Polizei in Schleswig-Holstein. Auch dort fand die Polizeiführung, dass die Holster, die um den Oberschenkel geschnallt werden, zu martialisch aussehen würden. Dennoch beugte man sich dem Rat der Fachleute für Gesundheitsschutz.

“Schließlich wurde entschieden, allen Kollegen eine Umrüstung zu ermöglichen, zumal die Komfortsitze im Streifenwagen nicht so zu modifizieren sind, dass die Dienstpistole mit dem Hüftholster druckfrei getragen werden kann”, erklärt Torge Stelck, Sprecher im Landespolizeiamt.

Bislang war es, wie auch in anderen Bundesländern, so, dass man ein ärztliches Attest benötigte, um vom Standardholster auf das Oberschenkelholster wechseln zu können. Dieses Attest legten jedoch immer mehr Polizisten vor und so wuchs der Gedanke, das neue Holster möglichst allen Polizisten im Lande anbieten zu können.

Vorgelagert ist natürlich eine Probetragezeit mit einhergehendem Schießtraining. Sprecher Stelck dazu: “Das neue Holster wird dann maximal vier Wochen getragen, anschließend kann der Beamte entscheiden, ob er dabei bleiben möchte.” Einschränkungen in der Bedienung sind laut Stelck nicht zu befürchten: “Erprobungen im Rahmen des Schieß- und Einsatztrainings haben ergeben, dass das Ziehen der Waffe einfach und schnell erfolgt.”

Die Umrüstung kostet pro Stück 50 Euro. Mit Wartezeiten bei der Umrüstung sind zu rechnen.