Schläge, Tritte, Stiche: Vier Angriffe und zwei schwer verletzte Polizisten in nur einer Nacht in Regensburg

15. Januar 2018 um 20:40 Uhr

Schläge, Tritte, Stiche: Vier Angriffe und zwei schwer verletzte Polizisten in nur einer Nacht in RegensburgDie Kollegen in Regensburg haben in der Nacht von Freitag auf Samstag eine gewaltbeladene Schicht erlebt, wie sie beispiellos ist. Quer über die Stadt verteilt wurden Polizisten während teils banaler Einsätze angegriffen, geschlagen, getreten, versucht auf sie einzustechen, so dass zwei Polizisten bis auf weiteres nicht mehr dienstfähig sind. In einem Fall wird wegen eines versuchten Tötungsdeliktes ermittelt.

Wegen einer Ruhestörung wurden Polizisten zu einer lautstarken Party gerufen. Als die Polizisten vom Gastgeber die Personalien aufnehmen wollten, schubste dieser die Beamten, einer fiel zu Boden. Dann beteiligten sich die Partygäste und überschütteten die Polizisten mit Bier und beleidigten die Beamten.

Es musste Unterstützung angefordert werden. Bei einem Gerangel zwischen den Partygästen und den Beamten brach sich ein Polizist den Knöchel. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht und musste den Dienst vorzeitig quittieren.

Nach einer tätlichen Auseinandersetzung im Regensburger Stadtteil Leoprechting stach ein 33-Jähriger mit einer langen Schraube in Richtung der Einsatzkräfte. Nur dank der schnellen Reaktion des Polizisten verfehlt der Angreifer den Beamten und es wurde niemand verletzt. Grund für den Angriff dürfte der Drogenkonsum des 33-Jährigen sein, bei dem zudem eine Aufzuchtplantage für Cannabis entdeckt wurde.

Zu mehreren Verletzten kam es während der Festnahme eines schon seit längerem gesuchten Mannes. Als die Beamten den Mann festnehmen wollten, wehrte sich dieser derart massiv, dass alle Beteiligten leicht verletzt wurden.

Zum folgenreichsten Übergriff kam es an den Regensburger Arcaden. Als Polizisten nach Geschäftsschluss eine Gruppe Personen kontrollierte, wurden sie bei den Maßnahmen durch eine vorbei gehende 15-köpfige Gruppe gestört.

Als die Beamten die Störer kontrollieren wollten, entwickelte sich ein Handgemenge, währenddessen ein 17-jähriger Afghane einem Polizisten von hinten auf den Kopf schlug und ein weiterer gleichaltriger Afghane einem anderen Beamten gegen den Körper trat. Ein Polizist ging dabei zu Boden.

Einer der beiden Angreifer trat dann mehrfach gegen den Kopf des am Boden liegenden Polizisten ein. Der Beamte wurde in ein Krankenhaus gebracht, wo eine Gehirnerschütterung, eine Schädelprellung und eine Platzwunde attestiert wurden. Der Polizeibericht hält fest: “Lebensgefahr besteht glücklicherweise nicht.”

Beide Angreifer konnten festgenommen werden. Gegen beide wird nun wegen gefährlicher Körperverletzung, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und tätlichem Angriff gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt.

Der Gewalttäter, der auf den am Boden liegenden Polizisten eintrat, muss sich womöglich wegen eines versuchten Tötungsdeliktes verantworten. “Bei solch massiven Schlägen und Tritten auf den Kopf kann auch ein versuchtes Tötungsdelikt nicht ausgeschlossen werden”, so ein Polizeisprecher.

Der erstgenannte Angreifer wurde zwischenzeitlich aus dem Polizeigewahrsam entlassen. Letztgenannter wurde dem Ermittlungsrichter vorgeführt und in eine Haftanstalt gebracht.

“Dass es in einer Nacht zu vier Übergriffen kommt, bei denen zwei Kollegen erheblich verletzt werden, ist bei uns in Regensburg sehr selten und es schockiert uns auch”, heißt es von der Polizei Regensburg.

Auch wenn es die Ausnahme ist, ist jeder Übergriff auf einen Kollegen ein Übergriff zu viel!

Wir wünschen den verletzten Kollegen eine schnelle und vollständige Genesung!