Schüsse und Geiselnahme: Abzuschiebender entriss Polizisten die Waffe

18. Januar 2018 um 19:18 Uhr

Schüsse und Geiselnahme: Abzuschiebender entriss Polizisten die WaffeAsylbegehrenden, deren Antrag abgelehnt wird, wird für gewöhnlich die Möglichkeit gegeben selbst auszureisen. Wenn dies nicht erfolgt, kann die Abschiebung zwangsweise durchgeführt werden. Bei einer dieser Abschiebungsmaßnahmen, bei der die Polizei unterstützend eingesetzt wurde, kam es in der vergangene Nacht zu einem Zwischenfall, bei dem nur durch Glück keiner der eingesetzten Kräfte verletzt wurde.

Gegen 3.30 Uhr waren zwei Polizisten der Polizei Gütersloh, ein Mitarbeiter des Ausländeramts Gütersloh, ein Arzt und ein Sicherheitsdienstmitarbeiter gemeinsam in einer kommunalen Unterbringungseinrichtung in Borgholzhausen, um eine aserbaidschanischen Familie abzuschieben. Die Einsatzkräfte konnten die Familie, Ehemann und Ehefrau, sowie die beiden erwachsenen Töchter, in der Wohnung antreffen.

Die genaue Umstände sind Gegenstand der Ermittlungen und derzeit noch unklar. Jedenfalls kam es zu einem Gerangel zwischen dem Ehemann und den Polizeikräften, während dessen der Mann einem Polizisten die Dienstwaffe entreißen konnte. Sogleich feuerte der Mann mit der Waffe mehrere Schüsse ab. Verletzt wurde zum Glück niemand.

Zum weiteren Verlauf hält der Polizeibericht fest:

“Die Polizeibeamten und der Arzt konnten aus der Wohnung flüchten, der Mitarbeiter des Ausländeramts und der Sicherheitsdienstmitarbeiter nicht. Die Familie, die weiterhin Zugriff auf die Dienstwaffe hatte, und ihr Besucher verschanzten sich mit dem Mitarbeiter des Ausländeramts und dem Sicherheitsdienstmitarbeiter in ihrer Wohnung.”

Mit dem Notruf der Polizisten übernahm das Polizeipräsidium Bielefeld die Einsatzführung und alarmierte das Spezialeinsatzkommando. Noch vor deren Eintreffen gab der Ehemann auf und öffnete freiwillig die Wohnungstür.

Die Polizisten konnten nun die Ehefrau mit einer Stichverletzung vorfinden, die sie sich angeblich selbst beigefügt haben soll. Sie wurde in ein Krankenhaus verbracht. Der Ehemann und die beiden Töchter kamen in Polizeigewahrsam.

Die Einsatzkräfte werden derzeit psychologisch betreut.

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