Versuchter suicide by cop: Mann feuert auf Polizisten, weil er sterben möchte

12. Januar 2018 at 19:00

Versuchter suicide by cop: Mann feuert auf Polizisten, weil er sterben möchteEine dramatische Wendung nahm ein Polizeieinsatz in Siegen (Nordrhein-Westfalen). Es kam zum Schusswaffengebrauch durch die eingesetzten Polizisten und ließ einen schwer verletzten Mann und traumatisierte Polizisten zurück.

In der Nacht zum gestrigen Donnerstag erhielt die Polizei gegen 1 Uhr den Notruf eines Mannes, der erklärte, dass gerade in seine Wohnung eingebrochen werde. Die Leitstelle der Polizei entsandte sofort eine Streife zum gemeldeten Tatort.

Als die Beamten die Straße, in der der Einbruch gemeldet wurde, erreicht hatte, kam ihnen ein Mann entgegen. Da es sich um den möglichen Täter hätte handeln können, sprachen sie den Mann an und dieser zog augenblicklich eine Waffe und feuerte damit mehrfach auf die Polizisten.

Diese erwiderten das Feuer und trafen den 33-jährigen Mann, der im Anschluss überwältigt und gefesselt werden konnte. Der Mann wurde schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt und in ein Krankenhaus gebracht. Gegenüber den eingesetzten Polizisten gab er noch am Tatort zu, dass es sein Wunsch war von ihnen erschossen zu werden.

Es stellte sich heraus, dass es sich bei der Waffe, mit der Mann (Deutscher) auf die Polizisten geschossen hatte, eine Schreckschusswaffe war. Die Ermittlungen wurden aus Neutralitätsgründen dem Polizeipräsidium Hagen übertragen. Die Ermittler fanden in der Wohnung des Angreifers einen Abschiedsbrief und ein an die eingesetzten Polizisten gerichtetes Entschuldigungsschreiben.

Aus diesem Grund geht die Polizei davon aus, dass der 33-Jährige den Einbruch nur vorgetäuscht hatte, um einen Polizeieinsatz zu erreichen und dann von den Polizisten getötet zu werden (sogenannter suicide by cop). Hinzu kommt, dass die Ermittlungen ergaben, dass der Mann vor acht Jahren bereits einen ähnlichen Einsatz mit derselben Motivlage provoziert hatte. Da dieser Einsatz schon lange zurück lag, war dies den Einsatzkräften beim neuerlichen Einsatz nicht bekannt.

Die Polizisten werden vom Kriseninterventionsteam der Polizei (KITPol) betreut. Die Ermittlungen zu diesem Vorfall dauern noch an.

Wir wünschen den beteiligten Kollegen eine gute Verarbeitung dieses Einsatzes. Da es das Ziel von uns Polizisten ist, Leben zu schützen und nicht es zu nehmen, ist es für uns schwer vorstellbar, wie man einen suicice by cop provozieren kann. Vielleicht hilft den Kollegen die Tatsache, dass der Mann sein Ziel nicht erreicht hat und er “nur” verletzt wurde.

Hoffentlich kann dem Mann nachhaltig geholfen werden, damit es nicht noch ein drittes Mal zu einem solchen Vorfall kommt, mit vielleicht tödlichen Folgen.