Wohnungsdurchsuchung und Suspendierung: Polizist aus München soll sich an G20-Ausschreitungen beteiligt haben

13. Januar 2018 at 19:13

Wohnungsdurchsuchung und Suspendierung: Polizist aus München soll sich an G20-Ausschreitungen beteiligt habenEs ist ein ungeheuerlich Vorwurf, dem sich ein Polizist aus München nun ausgesetzt sieht. Nicht nur, dass er sich gegen die eigenen Kollegen gerichtet und sie mit einer Bierdose beworfen haben soll, es waren die eigenen Kollegen, die ihn auf den Fahndungsbildern erkannten.

Kurz vor Weihnachten 2017 berichteten wir darüber, dass die Polizei Hamburg nach bislang nicht identifizierten Gewalttätern, die während der Ausschreitungen beim G20-Gipfel in Hamburg zahlreiche Sachschäden verursachten und Polizisten durch tätliche Angriffe verletzten, mit Veröffentlichung von Fahndungsbildern sucht. Genau ein solches Fahndungsbild führte nun zu dem Verdacht, der einen Münchner Polizisten belastet.

Der 35-jährige Beamte und soll mit seiner 29-jährigen Hamburger Freundin am Abend des 6. Juli 2017, kurz nach 20 Uhr, eine gefüllte Bierdose von einer Überführung herab auf die Einsatzkräfte geworfen haben. Die Dose verfehlte die Polizisten und schlug auf dem Boden auf. Verletzt wurde glücklicher Weise niemand.

Der Münchner Polizist wurde während der Tatausführung gefilmt und die Polizei Hamburg fahndete nun nach dem Bierdosenwerfer. Es waren die eigenen Kollegen aus München, die den Bierdosenwerfer als Polizisten erkannten und dies der Polizei Hamburg mitteilten.

Der Vorfall hat für den 35-jährigen Beamten nun weit reichende Folgen. Er wurde sofort vom Dienst suspendiert, seine Dienstwaffe eingezogen und seine Wohnung, sowie die seiner Freundin, durchsucht. Gegen beide wird nun wegen des Verdachts der versuchten gefährlichen Körperverletzung und des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt.

Außerdem wurde ein Disziplinarverfahren eröffnet, welches aber bis zum Abschluss des strafrechtlichen Verfahrens ruht. Sollte der Verdacht erhärtet werden und eine Verurteilung erfolgen, können Straf- bzw. Disziplinarverfahren bis zur Entfernung des Polizisten aus dem Polizeidienst führen.