Gedanken von Markus (Polizist): Viele denken, Polizisten wären nur dazu da, Verkehrsteilnehmer zu drangsalieren, aber das ist nicht so!

3. Februar 2018 at 20:45

Gedanken von Markus (Polizist): Viele denken, Polizisten wären nur dazu da, Verkehrsteilnehmer zu drangsalieren, aber das ist nicht so!

“Für viele umfasst der Beruf des Polizisten nur Knöllchen verteilen und Verkehrsteilnehmer zu drangsalieren.

Dem ist nicht so! Erstens drangsalieren wir keinen, sondern es gibt nun mal Regeln an die man sich halten muss und wer das nicht tut, bekommt es halt dann mit uns zu tun.

Nun, wir haben uns alle diesen Beruf ausgesucht und ich für meinen Teil bin stolz die Uniform tragen zu dürfen. Der Beruf des Polizisten ist mehr als Knöllchen schreiben… Wir hören zu, wenn Menschen sich in Not befinden. Wir helfen Lösungen zu finden. Es gibt so vieles was wir tun, wovon viele Bürger einfach nichts mitbekommen.

Wir sehen viele schreckliche Bilder, wie die Kameraden der Feuerwehr und der Rettung auch. Für diese Bilder brauchen wir Schubladen in die wir sie stecken können, um sie zu verarbeiten. Wir reagieren vielleicht in manchen Situationen nicht so wie es mancher erwartet, aber wir müssen uns oft selbst schützen.

Wir reagieren anders auf Unfälle mit Personenschaden als auf Unfälle ohne. Das ist doch normal, oder etwa nicht? Wir sind froh und machen dann auch mal einen Scherz über den Blechschaden, um auch den Verunfallten den Schock zu nehmen.

Lachen ist eine Art des Selbstschutzes. Manche verstehen dies nicht, wie wir am Beispiel mit dem umgekippten Lkw in NRW gesehen haben. Blechschäden übernimmt die Versicherung. Bei Menschenleben sieht dies anders aus. Blech lässt sich ersetzen, Menschen nicht.

Wir sehen Leichen, teilweise so entstellt dass man nicht weiß, ob da eine Frau oder ein Mann liegt. Wir sehen Bilder, die so manchen Bürger an den Rand des Wahnsinns bringen würde. Wir haben es mit Menschen zu tun, die teilweise schreckliche Sachen erlebt haben und leiden oftmals mit ihnen.

Wir sehen Kinder, Erwachsene die traumatisiert sind nach Unfällen, nach häuslicher Gewalt. Wir nehmen diese Bilder alle mit nach Hause und versuchen sie dort dann in Schubladen zu packen um nicht durchzudrehen.

Wir sind auch nur Menschen, wie jeder andere auch. Wir lachen vielleicht manchmal über andere Dinge, wie so mancher andere Mensch, aber nur, weil wir Bilder sehen, die weitaus schlimmer sind als ein umkippender LKW.

Viele sollten sich vor Augen führen, dass wir nie wissen, was in dem nächsten Einsatz auf uns zukommt. Ob wir nach dem Dienst noch nach Hause kommen oder ob wir im Krankenhaus wach werden oder in einem Leichensack liegen.

Wir gehen jeden Tag da raus, um euch vor den Gefahren im Verkehr oder bösen Menschen zu schützen und wir machen dies gerne. Denn wir alle haben uns bewusst für diesen Beruf entschieden.”

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Der Autor ist und persönlich bekannt.