NRW-Polizei bekommt Medipacks: Wenn Polizisten zu Lebensrettern werden

8. Februar 2018 um 9:41 Uhr

Am vergangenen Montag übergab der Innenminister von Nordrhein-Westfalen Herbert Reul die ersten 50 Medipacks der Polizei. Bis Ende 2018 sollen alle Streifenwagen mit diesem erweiterten Verbandkasten ausgerüstet werden.

Polizisten sollen zu Lebensrettern werden, wenn es für zivile Rettungskräfte zu gefährlich wird. Die Beamten werden speziell geschult um lebensbedrohliche Verletzungen auch unter Stress schnellstmöglich zu erkennen und auch zu versorgen. “Das Wissen, das dabei vermittelt wird, kann auch im Polizeialltag dabei helfen, Leben zu retten – zum Beispiel bei Verkehrsunfällen mit schwerverletzten Personen”, betonte Reul.

Das Medipack enthält neben Handschuhen, Verbandpäckchen, Schere und Rettungsdecke ein sogenanntes Tourniquet (Aderpresse, zum Abbinden von lebensbedrohlichen Blutungen) und Chest-Seal-Pflaster. Diese Pflaster verfügen über 3 Ventilkanäle (Entlüftungskanäle), die das Eindringen von Luft in die Brusthöhle während des Einatmens verhindern, jedoch das Ausweichen der Luft beim Ausatmen ermöglichen. Blut kann durch die Ventile abfließen, das 3 Ventilabfluss-System ist ausfallsicher: selbst wenn 2 Ventile verstopft sind, bleibt das Thoraxpflaster funktionsfähig mit nur einem Ventil.

Des weiteren befindet sich noch eine Dokumentationskarte und ein Leitfaden zur Benutzung in dem Päckchen.

Der Preis für ein Medipack liegt bei etwa 110 Euro, 10.000 dieser Notfallhelfer soll die Polizei bis Ende 2018 erhalten. Nicht viel Geld, wenn man damit Leben retten kann.