Personalmangel: Polizei streicht Verkehrserziehung zusammen

22. Februar 2018 um 16:43 Uhr

Personalmangel: Polizei streicht Verkehrserziehung zusammenBislang hat die Polizei die Verkehrserziehung der Grundschulkinder übernommen. Wenn diese ihre ersten eigenen Schritte unternehmen, und sei es in Richtung Schule und dann wieder nach Hause, sollten sie zumindest die Grundregeln des Verkehrs kennen und über die Gefahren aufgeklärt sein.

Dies wird zukünftig nicht mehr in diesem Umfang möglich sein, zumindest in manchen Kreisen in Nordrhein-Westfalen. Der Grund: Personalmangel bei der Polizei. So lautet zumindest die Begründung aus dem Polizeipräsidium Bochum.

Bereits bei den Erstklässlern hat die Polizei Radfahrübungen unternommen, um die Kinder auf den meist gefährlichen Straßenverkehr vorzubereiten. Diese Art der Verkehrserziehung wäre eigentlich Aufgabe der Eltern, doch dort kommt das Thema meist viel zu kurz. Oft wissen die Eltern auch gar nicht ganz genau, wie die Regeln lauten, da auch ihre Fahrschulausbildung schon viele Jahre zurück liegt.

Polizeisprecher Volker Schütte betont dann auch, dass diese Verkehrserziehung bislang eine freiwillige Serviceleistung der Polizei gewesen sei: “Dies gehört nicht zu unserem Pflichtprogramm.”

Diese Entscheidung wird in den Schulen, die es betrifft (Witten, Bochum und Herne), kritisch gesehen. Bislang hat man sich auf die Polizei als kompetenten Verkehrserzieher verlassen. Doch hat man sich hier nicht nur über die reine Verkehrserziehung gefreut: “Die schauen außerdem auch noch nach, ob ein Rad Mängel hat”, heißt es von einer Rektorin.

Zudem gibt sie zu bedenken, dass die Kinder nun keine Erfahrungen mehr im Verkehr machen könnten, und zwar von der Polizei begleitet. “Denn das ist für die Kinder wichtig”, so die Rektorin. Zwar soll der sogenannte Fahrradführerschein in der vierten Klasse auch weiterhin inklusive Fahrradprüfung stattfinden, aber ansonsten wird sich die Polizei dort aus der Verkehrserziehung zurück ziehen.

Wie es nun weiter geht, bleibt offen. Zwar sind grundsätzlich die Eltern in der Pflicht, aber man überlegt auch, ob durch die Schulen oder die Kommunen Ersatz geschaffen werden soll.

Ein weiterer Punkt wird unserer Meinung nach in dieser Betrachtung völlig ausgeklammert. Die Verkehrserziehung ist nicht nur dafür da, unseren Jüngsten Sicherheit zu bieten, wenn sie sich im Straßenverkehr bewegen. Dieser Unterricht dient auch dazu, Ängste vor der Polizei abzubauen, die manchmal bei den Kinder bestehen, und sie war zudem auch schon eine Art Nachwuchswerbung. Auch dies dürfte nun in dieser Form wegfallen.