Polizei lotst Schwangere durch Rettungsgasse: Autofahrer blockiert werdende Eltern

27. Februar 2018 um 15:55 Uhr

Polizei lotst Schwangere durch Rettungsgasse: Autofahrer blockiert werdende ElternMan kann nicht oft genug darauf hinweisen, wenn es auf mehrspurigen Straßen zu einem Rückstau kommt, dass man die Rettungsgasse bildet, damit Einsatzfahrzeuge schnell voran kommen. Denn oft genug geht es um Sekunden. Umso besser, wenn die Rettungsgasse auch tatsächlich eingehalten wird. Weniger gut ist es, wenn ein rabiater Autofahrer diese mit ziemlich rüden Methoden zu verteidigen versucht.

Zu einem solchen Vorfall kam es vorgestern bei Dortmund (Nordrhein-Westfalen), als ein Mann bei einem Alleinunfall in seinem Fahrzeug eingeklemmt und lebensgefährlich verletzt wurde. Die B236, wo der Unfall passiert war, musste in Richtung Schwerte komplett gesperrt werden, was zu einem Rückstau führte.

Lobend erwähnt die Polizei Dortmund, dass die Autofahrer eine tadellose Rettungsgasse gebildet hatten, so dass die Einsatzfahrzeuge schnell an die Unfallstelle kamen. Dummer Weise geriet auch ein Paar aus Dortmund in diesen Stau. Die beiden waren auf dem Weg ins Krankenhaus, da die 36-Jährige hochschwanger war und die Wehen bereits eingesetzt hatten.

Nun war guter Rat teuer und in ihrer Verzweiflung rief der 35-jährige werdende Vater den Notruf an. Die Polizisten gestatteten dem Paar in dieser Notsituation die Rettungsgasse zu nutzen und lotsten die beiden durch den Stau. Aufatmen war angesagt, doch dann kam es zu besagtem Zwischenfall.

Kurz vor der Ausfahrt zum Borsigplatz ärgerte sich ein Autofahrer wohl derart darüber, dass die beiden die Rettungsgasse benutzten, dass er sich dazu berufen fühlte, sie zu verteidigen. Doch die Wahl der Mittel war auf keinen Fall lobenswert.

Der Mann sprang aus dem Auto und stellte sich mitten in die Rettungsgasse, so dass die werdenden Eltern anhalten mussten. Mit unzähligen Schimpfwörtern überzog er das Paar in Not und er gebärdete sich drohend. Aus Angst vor Tätlichkeiten blieben Mama und Papa in spe im Fahrzeug sitzen.

Im Polizeibericht heißt es weiter:

“Der Unbekannte setzte noch einen drauf: Er vertrat nicht nur die Rettungsgasse, sondern trat gegen die Stoßstange und urinierte dem Pärchen auf die Front des Autos.

Unberührt von den Hilferufen – insbesondere die der Frau, die ihr Kind erwartete – blockierte der Fremde geschätzte 10 Minuten lang die freie Fahrt für das Paar in Not.”

Erst jetzt konnte die beiden ihre Fahrt ins Krankenhaus fortsetzen. Ob die beiden noch rechtzeitig den Kreißsaal erreichten ist nicht bekannt. Fest steht jedoch, dass der noch unbekannte Autofahrer ermittelt werden kann, da es gute Ermittlungshinweise gibt. Dieser darf sich dann auf ein Strafverfahren vorbereiten.

Die Rettungsgasse einzuhalten ist wichtig und rettet Leben! Man darf auch gerne andere darauf hinweisen, die Rettungsgasse freizuhalten, aber dieses Verhalten kann natürlich nicht toleriert werden.

So schreiben die Dortmunder Kollegen auch folgerichtig:

“Rettungsgasse einhalten, ja – aber so nicht!”

Dem betroffenen Elternpaar wünschen wir inklusive Nachwuchs das Allerbeste!