Polizisten retten Biber aus Baustelle

3. Februar 2018 at 9:37

Das Tierreich ist vielfältig und ebenso vielfältig sind die tierischen Einsätze, mit denen wir Polizisten es zu tun haben. In Mittelfranken wurden die Kollegen sogar zum stellvertretenden Biberbeauftragten für den bibbernden Biber.

Am vergangenen Mittwoch in der Mittagszeit verständigten Bauarbeiter am Augustinerhof in Nürnberg die Polizei. Während die behelmten Arbeiter ihre Grabungen verrichteten, traute sich ein freilich unbehelmter Biber heran und vergrub sich im Sand. “Da das Tier sehr bedrohlich aussah und auch von kräftiger Statur war, verständigten die Bauarbeiter vorsorglich die Polizei”, heißt es im Polizeibericht.

Die verständigten Polizisten schauten nach dem Biber und tatsächlich fanden sie ihn im Sand vergraben. Wie das so mit Zuständigkeiten ist, hielten die Beamten den Biber in Schach und versuchten den zuständigen Biberbeauftragte der Stadt Nürnberg zu erreichen. Doch Fehlanzeige, dieser war “not available”.

So schwangen sich die Polizisten zu dessen Stellvertreter auf und handelten. Entgegen der anfänglichen Befürchtung gab es jedoch keine Probleme mit dem Biber. Er hat nämlich offenbar vor den Uniformierten mehr Angst als umgekehrt – und das trotz seiner stattlichen Größe und dem Gewicht von 15 kg.

Der Biber wurde widerstandslos in Polizeigewahrsam genommen, in einer Gefangenentransportbox arrestiert und nach dem Verbringungsgewahrsam in die Pegnitz entlassen. Erleichterte Feststellungen zum Einsatzende: “Alle Beteiligten atmeten erleichtert auf, als das Tier in den Fluten des Flusses unverletzt verschwand.”

Ob der Biber wegen seines arbeitsrechtlichen Verstoßes gegen die Sicherheitsbestimmungen in einem gefährlichen Arbeitsbereich (Helm nicht getragen) belangt wurde, ist im Polizeibericht nicht vermerkt. 😉