Spurensicherungsanzug wird zum Vogelnest: Greifvogel in Obhut genommen

13. Februar 2018 um 09:31 Uhr

Spurensicherungsanzug wird zum Vogelnest: Greifvogel in Obhut genommen

Bild: Polizeipräsidium Mittelhessen

Inobhutnahmen gehören zu den polizeilichen Aufgaben, meist geht es hierbei jedoch um Menschen, die sich selbst nicht (mehr) helfen können oder wollen – um Schutzbedürftige also. Im folgenden Fall ging den Polizisten jedoch ein schutzbedürftiger Greifvogel ins Netz, pardon, in den Spurensicherungsanzug.

Die Polizeistation Grünberg wurde von einer Zeugin darüber informiert, dass offenbar ein verletzter Greifvogel in der Nähe der Kläranlage bei Lumda (Hessen) lag. Die ausgerückte Streife konnte den Vogel antreffen und schnell wurde die Notlage klar, er war ganz offensichtlich flugunfähig.

Um einen vorsichtigen Krankentransport zu gewährleisten packten die Polizisten den mitgeführten Spurensicherungsanzug aus, legten ihn zu einem Ersatznest zusammen, betteten den Federkleidträger hinein und brachten ihn erst einmal zur Polizeistation. Der verletzte Jungbussard nahm während der Fahrt mitsamt Ersatznest auf dem Schoß des Kollegen auf dem Beifahrersitz Platz.

Scheinbar wirkten die Polizisten auf den Greifvogel derart vertrauenswürdig, dass er auch auf der Polizeistation brav in seinem Ersatznest ausharrte, bis ihn eine alarmierte Mitarbeiterin einer Wildvogelpflegestation aus Hungen abholte.

Die gute Nachricht ließ auch nicht lange auf sich warten. Nachdem ein Tierarzt seine Untersuchung abgeschlossen hatte, stellte er fest, dass der Bussard nicht ernsthaft verletzt ist. Nach einer ersten Behandlung soll er noch etwas aufgepäppelt werden und darf dann mit neuen Kräften wieder seinem Greifvogeldasein nachkommen.