Überraschende Wendung: Tatverdächtiger aus Untersuchungshaft entlassen

21. Februar 2018 um 20:30 Uhr

Überraschende Wendung: Tatverdächtiger aus Untersuchungshaft entlassen

Beisetzung am Samstag

Am 10. Februar berichteten wir von dem Vorfall in Köln, bei dem im Karnevalstrubel ein junger Mann vor eine Straßenbahn fiel und getötet wurde (http://p-m.blue/6r). Durch eine Überwachungskamera wurde der Vorfall aufgenommen und diese Aufnahme nährte zunächst den schrecklichen Verdacht, dass der Mann auch absichtlich vor die Straßenbahn gestoßen worden sein könnte.

Nun dient überraschend eben jene Videoaufnahme zur Entlastung des Tatverdächtigen, der noch am selben Tag festgenommen worden war. Dieser hatte sich als Zeuge bei der Polizei gemeldet, war später jedoch auf Grund der ersten Ermittlungen festgenommen worden. Bei dem zunächst Tatverdächtigen handelt es sich um einen 44-jährigen Rechtsanwalt.

Durch die Staatsanwaltschaft wurde allerdings nicht wegen Totschlags, sondern wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Dennoch erließ der Ermittlungsrichter einen Haftbefehl wegen Fluchtgefahr und der 44-Jährige kam in Untersuchungshaft.

Für den morgigen Donnerstag war eigentlich ein Haftprüfungstermin anberaumt, doch heute wurde der Tatverdächtige aus der Untersuchungshaft entlassen. Wie es heißt, bestehe kein dringender Tatverdacht mehr. Es sei auf Grund der genauen Auswertung des Überwachungsvideos auch möglich, “dass es sich bei dem Geschehen auf dem Bahnsteig auch um eine Aneinanderreihung unglücklicher Umstände handeln könnte – mit anderen Worten: um einen tragischen Unfall”, wie der Kölner Stadtanzeiger aus Ermittlerkreisen erfahren haben will.

Das Überwachungsvideo habe die entsprechende Szene zwar festgehalten, jedoch sei die Aufnahme nicht sehr deutlich. Demnach könne das Opfer auch unabsichtlich gestoßen worden sein und sei dann rückwärts auf die Gleise gefallen.

Bei dem Todesopfer handelt es sich um den 32-jährigen Polizisten Veit Rathenow, der beim Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen bei der Bekämpfung des islamistischen Terrorismus tätig war.

Die Beisetzung von Kriminalkommissar Veit Rathenow findet am Samstag im Familienkreise statt. Zuvor findet in der Friedenskirche in Bedburg die Trauerfeier statt, zu der jeder, der Abschied nehmen möchte, eingeladen ist.

Die Familie bittet anstelle von Blumen um eine Spende, die im Sinne von Kollege Veit verwendet werden soll:

Empfänger: Jonas Rathenow
Konto: DE91 3705 0299 1143 0640 41
Kennwort: Veit

Wir wünschen den Angehörigen, Freunden und Kollegen auch weiterhin viel Kraft in dieser schweren Zeit des Verlustes!

Lieber Veit, Du bist und bleibst Teil der Polizeifamilie! ⚫⚫
Wir wünschen Dir eine angenehme letzte Dienstreise!
#thankyouforyourservice