Wechselschichtdienst in Schleswig-Holstein wird entlastet: Wochenarbeitszeit bei Justizvollzug und Polizei reduziert

14. Februar 2018 at 12:38

Wechselschichtdienst in Schleswig-Holstein wird entlastet: Wochenarbeitszeit bei Justizvollzug und Polizei reduziertEs ist eine Überlegung, die es bereits in mehreren Bundesländern gibt, doch Schleswig-Holstein ist das erste Bundesland, in dem diese Idee keine Idee bleibt, sondern nun bald in die Tat umgesetzt wird. Beamte aus Justizvollzug und Polizei, die über Jahre hinweg Schichtdienst leisten, sollen durch eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit entlastet werden.

Das Kabinett hat gestern eine Verordnung zur Änderung der Arbeitszeitverordnung beschlossen. Demnach beträgt die grundsätzliche Wochenarbeitszeit weiterhin 41 Stunden. Wer länger als zehn Jahre im Wechselschichtdienst ist, für den wird die Wochenarbeitszeit auf 38 Stunden gesenkt und für die Schichtdienstler länger als 20 Jahre auf 36 Stunden.

Die Änderung soll schrittweise umgesetzt werden. Beginnen wird die Polizei in Schleswig-Holstein am 1. März 2018, der Justizvollzug folgt neun Monate später, bei beiden Behörden soll die Umsetzung am 1. Januar 2022 abgeschlossen sein.

Die Änderung betrifft rund 1.500 Polizisten und 500 Beamte im Justizvollzug. “Wir wollen gesundheitliche Belastungen, die sich aus dem Schichtdienst ergeben, schon jetzt ausgleichen. Damit können und wollen wir nicht bis zum Ende der beruflichen Laufbahn unserer Beschäftigten warten”, erklärt Ministerpräsident Daniel Günther in Kiel diesen Schritt.

Dies ist eine richtige und wichtige Entscheidung, die hier mit entsprechendem politischen Rückhalt umgesetzt wurden und konnte ein Modell für weitere Bundesländer und den Bund sein. Zwar erhalten die Landesbeamten in allen Bundesländern eine Schichtdienstzulage, die sich aber meist zwischen 50 und 120 Euro monatlich bewegt und nach Versteuerung nur eine kleine Aufwandsentschädigung darstellt.

Da ist diese Quotierung des Wechselschichtdienstes wesentlich sinnvoller und berücksichtigt die tatsächliche Leistung, die dort erbracht wird, um bei vielen geleisteten Schichdienstjahren die Kollegen zu entlasten.

Allerdings möchten wir noch ein Aber erwähnen: Diese Quotierung ist nur dann sinnvoll, wenn auch genügend Personal vorhanden ist. Die reduzierten Stunden der Älteren müssen die Jüngeren auffangen. Wenn dies keine Zusatzbelastung werden soll, muss das Personal vorhanden sein, um diese “Fehlzeiten” ausgleichen zu können, ohne Überstunden zu produzieren.