Mit Tarnfleck durch Potsdam: Polizisten stoppen Soldatenmarsch

16. März 2018 at 16:06

Mit Tarnfleck durch Potsdam: Polizisten stoppen Soldatenmarsch“…sie hüllten sich in seltsame Gewänder und irrten ziellos umher…”, womöglich dachten diejenigen, die diesen Vorfall der Polizei meldeten, an dieses nicht wirklich überlieferte Bibelzitat, als sie eine Truppe von 28 Männern und zwei Frauen durch Potsdam marschieren sahen. Die Besorgnis, dass es sich hier um etwas Seltsames handelt müsste, war größer als der Gedanke daran, dass es kein Grund zur Besorgnis gab.

Gestern Nachtmittag meldeten Zeugen der Polizei in Potsdam besagte Truppe, die in Flecktarn durch Potsdam marschierte und hierbei eine Deutschlandfahne trug. Eine Streife wurde sofort zur Örtlichkeit entsandt, aufzuklären, was dort gerade geschah. Mit Blaulicht fuhr die Streife an und konnte die zuvor beschriebene Truppe auf der Langen Brücke feststellen und stoppen.

Doch ganz schnell klärte sich auf, dass hier alles mit rechten Dingen zuging. Fregattenkapitän Frank Reininghaus war mit seiner Truppe des Marinekommandos Rostock nicht mit einem Militärmarsch, sondern in einem Übungsmarsch unterwegs. Die Einheit trainierte für den im Juli im niederländischen Nijmegen stattfindenden Vier-Tage-Marsch, bei dem sich Soldaten aus über 100 Nationen treffen, um Fitness, Gemeinschaftssinn und Völkerverständigung zu trainieren.

Die Marinesoldaten waren vier Tage lang unterwegs und marschierten bis zu 35 km am Tag, teils auch mit Liedern wie “Wir lagen vor Madagaskar” auf den Lippen. Reininghaus und Oberbootsmann Poth konnten dies den eingesetzten Polizisten glaubhaft machen und so verabschiedeten sich die verschiedenen Teile der Exekutive, Polizei und Bundeswehr, per Handschlag.

Nicht jede (Militär-) Uniform ist böse, aber in der heutigen Zeit muss man vorsichtig sein und so ist es auch gut gewesen, dass die Bürger dies der Polizei mitgeteilt haben.

Wir wünschen den Kameraden in Nijmegen viel Erfolg und eine tolle Zeit!