Not macht erfinderisch: Schwergewichtige Gründe

23. März 2018 um 15:32 Uhr

Not macht erfinderisch: Schwergewichtige GründeSo etwas kann man sich nicht ausdenken, dass muss man erlebt haben – oder lieber nicht. Wenn man die Meldung der Kollegen aus Dortmund (Nordrhein-Westfalen) liest kommt man ja schon ins schmunzeln, aber vor Ort war es den Beamten sicher nicht zum lachen zumute.

Dort wurde die Polizei über eine Trunkenheitsfahrt informiert. Zwei Männer im Alter von 29 und 40 Jahren kamen nach einem Trinkgelage mit zwei weiteren Männern auf die Idee noch einen Freund zu besuchen. Keine gute Idee, denn von nüchtern waren die beiden meilenweit entfernt.

Als die Polizisten den Wagen sichteten versuchten sie per Anhaltezeichen “Stopp Polizei” und eingeschaltetem Blaulicht den Fahrer zu stoppen. Doch der ignorierte die Maßnahme. Erst die Ansage über den Außenlautsprecher zeigte Wirkung.

Den Fahrzeugschein händigte der 40-Jährige auf Nachfrage aus, einen Führerschein besaß er nach eigenen Angaben hingegen nicht. Trotz deutlichen Alkoholgeruchs im Atem stritt er die Trunkenheitsfahrt ab und verweigerte den Atemalkoholtest.

Plötzlich mischte sich der 29-Jährige Beifahrer ein, verhielt sich unkooperativ und machte sich über die Maßnahmen lustig. Der Dortmunder erhielt daraufhin einen Platzverweis um einem bevorstehenden Widerstand zuvor zu kommen. Jedoch ahnten die Kollegen noch nicht dass der junge Mann noch eine “schwergewichtige” Rolle spielen würde. Zuerst kam der 29-Jährige dem Platzverweis nach, kam aber kurze Zeit später mit zwei Flaschen Bier zum Einsatzort zurück.

Der 40-Jährige wog nach seinen eigenen Angaben 230 kg und hatte eine Größe von ca. 2 Metern. Die Beamten vor Ort konnten dies auch bestätigen. Nun lief das Schwergewicht zur Höchstform auf, beleidigte die Polizisten und drohte an, dass er bis zum letzten Atemzug kämpfen würde.

Diese Ansage war allerdings schon etwas zu viel und er musste sich auf den Randstein setzen um sich von davon zu erholen. Aber als er das Bier sah, welches sein Kumpel zwischenzeitlich organisiert hatte, erhielt er seine Kräfte zurück, erhob sich und versuchte zu seinem Freund und dem heiß ersehnten Gerstensaft zu gelangen.

Auf die Ansage der Beamten reagierte er aggressiv, schubste einen Polizisten zur Seite und schlug mit der Faust nach diesem, traf jedoch nicht. Der 29-Jährige störte weiterhin die Maßnahmen, sodass die Kollegen ihn schließlich fesseln mussten und ihn in den Streifenwagen setzten, um ihn im Nachgang dem Gewahrsam zuzuführen.

Und nun zum eigentlichen Problem…

Da der 40-Jährige Körpermaße vorwies, die mit dem Rücksitz im Streifenwagen nicht konform gingen und ein Bulli nicht in Frage kam, da der Mann sich sicherlich nicht freiwillig in diesen begeben würde, musste eine andere Lösung her.

Bereitschaftspolizisten und ein hinzu gerufener Arzt waren dann die Lösung. Mehrere Beamte schirmten den Mann ab, von weiteren Polizisten festgehalten konnte so der Arzt vor Ort eine Blutprobe bei dem Mann entnehmen.

Bei der Maßnahme fiel dem 40-Jährigen sein Portmonee aus der Tasche und ein polnischer Führerschein kam zum Vorschein. Die Beamten nahmen das Dokument unter die Lupe und stellten fest, dass dieser gefälscht war. Führerschein und Fahrzeugschlüssel wurden sichergestellt, denn der 40-Jährige gab unverblümt zu, nach den polizeilichen Maßnahmen dennoch weiterfahren zu wollen.

Nun kam auch die Rolle des 29-Jährigen zum Tragen. Dieser hatte das Auto zuvor ausgeparkt, da das 40-Jährige Schwergewicht wegen eines zu dicht geparkten Pkw nicht in sein Fahrzeug einsteigen konnte. Nun wurde auch dem jüngeren Mann eine Blutprobe entnommen.

Die Ermittlungen gegen die Männer wegen des Fahrens ohne Fahrerlaubnis, tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte, Urkundenfälschung, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Beleidigung und Trunkenheit im Straßenverkehr dauern an.