Passionierter Polizist, auch als Rollstuhlfahrer

18. März 2018 at 12:05

Polizeihauptkommissar Wolfgang E. Mallach ist passionierter Polizisten, der den Beruf von der Pike auf gelernt hat. Zahlreiche Stationen hat er im Laufe seines Dienstlebens durchlaufen, Aufgaben bewältigt, immer mit dem Ziel, das Optimale für sich und sein Kollegen heraus zu holen. Auch jetzt, wo er eigentlich das Rentenalter erreicht hat und im Rollstuhl sitzt, denkt er nicht daran aufzuhören.

“Ich bin jemand, der immer etwas tun will”, sagt Mallach über sich selbst und das umschreibt seinen dienstlichen Lebenslauf sehr gut. Der gebürtiger Berliner, der als Siebenjähriger mit seinen Eltern nach Tübingen (Baden-Württemberg) kam, begann auch dort seine Polizeiausbildung.

Er war ein sehr guter Sportler, Judo gehörte damals zur Polizeiausbildung und Mallach war so gut, dass er sogar ein Angebot bekam in der Bundesliga mitzumachen. Doch er hatte andere Pläne, entschied sich vollends für den Polizeiberuf und hatte den gehobenen Dienst fest im Visier.

1987 konnte er den Laufbahnlehrgang zum Polizeikommissar antreten und als er diesen bestanden hatte, wurde er Mitarbeiter im Lagezentrum des Stuttgarter Innenministeriums. Dies gerade zu der Zeit, als das Gladbecker Geiseldrama seinen Lauf nahm. Viele weitere Aufgaben säumen seinen Dienstweg während und nach seiner Zeit im aktiven Polizeidienst.

Doch Forschung und Lehre waren sein eigentliches Ziel. Das lag vielleicht an seiner ersten Verhaftung 1976 nach einer Verfolgungsfahrt, die er nur mit Glück überlebt hatte. Mallach wollte danach erreichen, dass die Kollegen optimal ausgerüstet in den Einsatz gehen. 1994 war es dann soweit, er wurde an die Polizeihochschule in Schwenningen berufen, wo er sich auf Lehre und Materialforschung konzentrieren konnte. So wirkte er an der aktuellen Dienstwaffe, wie auch an der Ausrüstung für den alltäglichen Dienst, entscheidend mit.

Seit 2006 sitzt Mallach im Rollstuhl, da er an Multipler Sklerose erkrankte. Und auch als Behinderter ist der Polizist nicht weniger umtriebig, setzt sich für seine eigenen Belange ein und für die anderer Menschen mit Behinderung. Er vertritt deren Interessen an der Hochschule der Polizei, ist Beisitzer im Landesvorstand der Deutschen Polizeigewerkschaft, er ist Sprecher der Selbsthilfegruppe “Inklusion VS”, Mitglied des VdK und des Landesverbandes der Selbsthilfe für Körperbehinderte.

Auch wenn er mittlerweile das Rentenalter erreicht hat, hat er sich mit 60 Jahren entschieden weiter zu machen. Er verlängerte seinen Dienst um ein weiteres Jahr.

Den vollständigen Bericht über Kollege Mallach könnt ihr hier nachlesen.