Per Klopfzeichen verständigt: Polizistin hilft Mann in Notlage, der nicht mehr reden kann

21. März 2018 um 10:24 Uhr

Es ist das schlimmste Szenario, wenn ein Mensch in einer Notlage ist, den Notruf wählt und dann kein Wort mehr heraus bringen kann. Wichtige Informationen können so nicht mehr erlangt werden, dabei ist der Zeitfaktor entscheidend, wenn schnelle Hilfe notwendig ist. Doch auch dieses Szenario hat eine Polizistin in Brandenburg gemeistert, so dass die Geschichte doch noch ein gutes Ende nahm.

Ein Mann aus Eberswalde wählte den Notruf und landete dadurch bei einer Polizistin des Einsatz- und Lagezentrums der Polizei des Landes Brandenburg. Doch bevor der Mann auch nur einen Ton heraus bringen konnte brach er zusammen. Es waren nur noch unverständliche Laute zu hören, später nur noch leises Atmen und Röcheln.

Die Beamtin merkte, dass hier etwas nicht stimmte, doch wie sollte sie unter diesen Umständen die Informationen bekommen, die wichtig für die Hilfeleistung waren? Weder Namen, noch Adresse des Anrufers waren bekannt. Die Polizistin blieb hartnäckig und hatte die rettende Idee.

Sie schlug dem Mann vor, der sich ganz offensichtlich nicht mehr artikulieren konnte, dass sie ihm Fragen stellt und dieser durch Klopfzeichen die Fragen mit Ja oder Nein beantwortet, wobei ein einmaliges Klopfzeichen ein Ja bedeutete. Offenbar war der Mann noch soweit bei Sinnen, dass er dies verstand und auch bei den richtigen Fragen mit Ja durch ein Klopfzeichen antwortete.

Auf diese Weise fand die Polizistin heraus, wo der Mann wohnte und dass er einen akuten gesundheitlichen Notfall hatte. Sofort wurden Streifenwagen und Rettungsdienst zur Adresse des Mannes entsandt und bis zu deren Eintreffen blieb die Polizistin am Telefon. Als sie am Telefon hörte, dass die Retter und Helfer eingetroffen waren, übergab sie Einsatzführung an diese und legte auf.

Wie sich zeigen sollte, kam der 59-jährige Mann mit Verdacht auf Herzinfarkt bzw. Schlaganfall in eine Klinik. Der Leiter des Einsatz- und Lagezentrums, Jörn Preuß, lobte dann auch freudig die Leistung seiner Kollegin:

“Durch das besonnene Handeln der Kollegin am Notruf konnte dem 59-jährigen Anrufer zeitnah geholfen werden. Für diese professionelle Arbeit bedanke ich mich bei meiner Kollegin, aber auch allen anderen am Einsatz beteiligten Kräften. Nur durch das Zusammenspiel von Leitstelle und Einsatzkräften konnte dem Mann geholfen und schlimmeres verhindert werden.”

Wir schließen uns diesen Worten an und sind der Meinung, dass dies wirklich eine außerordentliche Leistung war, unter diesen schweren Umständen eine Lebensrettung noch rechtzeitig überhaupt erst möglich zu machen. Ganz große Klasse, liebe Kollegin!