Rollerfahrer fährt Polizisten absichtlich um: Knapp vier Jahre Freiheitsstrafe ohne Bewährung

28. März 2018 at 15:40

Rollerfahrer fährt Polizisten absichtlich um: Knapp vier Jahre Freiheitsstrafe ohne BewährungNach einer Verfolgungsfahrt im Juli 2016 fuhr ein Rollerfahrer absichtlich auf einen Polizisten zu, der den Fahrer stoppen wollte, und verletzte ihn schwer. Nun wurde der Fahrer zu einer Freiheitsstrafe und Schmerzensgeld verurteilt.

Es war der 12. Juli 2016, den ein Polizist aus Hofheim (Hessen) so schnell nicht vergessen wird. In der Nacht, gegen 04:00 Uhr, fiel der Streife ein Roller auf, der mit überhöhter Geschwindigkeit entgegen kam. Die Streife wendete ihr Fahrzeug und verfolgte den Roller quer durch die Hofheimer Innenstadt.

Während der Verfolgungsfahrt soll der Rollerfahrer mehrfach Zusammenstöße mit den Polizeifahrzeugen provoziert und nach diesen getreten haben. In der Rheingaustr. hatte eine weitere Streife eine Straßensperre errichtet, um den Flüchtigen zu stoppen.

Wie es im Polizeibericht von damals heißt, habe der Rollerfahrer, der Straßensperre angesichtig, kurz angehalten und habe dann ordentlich Gas gegeben, wobei er zielgerichtet auf einen der Polizisten zugefahren sei. Es kam zum Zusammenstoß zwischen dem Roller und dem Polizisten, wobei der Beamte zu Boden geschleudert wurde, wo dieser mit dem Kopf aufschlug.

Der Roller kam ebenfalls zu Fall und der Fahrer verletzte sich hierbei leicht. Unter dem Zugriff der Polizisten wehrte sich der Fahrer ganz erheblich und leistete heftigen Widerstand. Wie sich herausstellte, war der Roller getunt und der Fahrer war nicht im Besitz einer Fahrerlaubnis.

Der schwer verletzte Polizist kam in ein Krankenhaus.

Der Vorfall wurde nun vor dem Amtsgericht Frankfurt verhandelt, wobei das Gericht ursprünglich der Ansicht war, dass hier auch ein Mordversuch in Frage komme. Doch das Schwurgericht war einer anderen Auffassung und gab die Sache zurück an das Amtsgericht.

Wegen vorsätzlichen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und gefährlicher Körperverletzung wurde der 22-jährige Rollerfahrer gestern zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und elf Monaten verurteilt. Außerdem muss er an den Polizisten, der drei Wochen dienstunfähig war, ein Schmerzensgeld in Höhe von 6.000 Euro leisten.

Das Gericht war der Überzeugung, dass der Rollerfahrer durch den gefährlichen Eingriff die fehlende Fahrerlaubnis verdecken wollte, was als Verbrechenstatbestand gewertet werden müsse. Wie die vorsitzende Richterin in ihrer Urteilsbegründung erklärte, befände sich der Vorfall “ganz nahe an einem versuchten Tötungsdelikt”, weshalb keine Bewährungsstrafe mehr in Frage komme.

Wir hoffen, dass der verletzte Kollege wieder vollständig genesen ist und das Urteil aus seiner Sicht angemessen erscheint.