Erfahrungen eines Polizisten: Wenn die Albträume kommen

27. April 2018 um 21:35 Uhr

Erfahrungen eines Polizisten: Wenn die Alpträume kommen

“Manche Einsätze lassen einen nicht los. Man verdrängt sie tagsüber oder viel mehr denkt man eigentlich gar nicht mehr daran. Man vergisst auch wichtige Details… Nur eines lässt einen nicht los.

Die Bilder…

Sie sind auch tagsüber nicht da, sondern kommen nur nachts, wenn man eigentlich den Schlaf finden sollte um am nächsten Tag wieder fit zu sein. Doch daraus wird ab und an nichts.
Die verschwinden auch so schnell wieder wie sie gekommen waren. Man träumt einige Nächte und dann plötzlich *puff* weg sind sie und man findet wieder den erholsamen Schlaf den man in den Nächten zuvor vergeblich gesucht hatte.

Aber eben in diesen Nächten, wenn sie da sind, wird der Tag zur Belastung. Man erscheint nicht ausgeruht zum Dienst und nach zwei, drei Tagen kommt man an dem Punkt an, an dem die Nerven manchmal nicht mehr mitmachen. Da regt man sich einfach über alles auf, was einen sonst eigentlich kalt lässt.

Man regt sich mehr über das Gemotze seiner “Kunden” auf, wo man sonst eigentlich im insgeheimen “ach, leck mich doch” denkt und seine Arbeit unbeirrt weiter macht. Dann braucht es oft nur eine Kleinigkeit und man könnte wie das HB-Männchen in die Luft gehen.

Aber man muss sich zusammenreißen und professionell seinen Job machen. Doch wie geht man mit den angestauten Aggressionen um? Naja, Ich habe meinen Weg gefunden und gehe laufen, bis ich ehrlich gesagt fast kotze.

Danach geht es mir wieder gut.

Aber eben an solchen Tagen kann man dann nicht einfach lächeln und so tun als sei nichts. Vielleicht ist man dann etwas unfreundlicher als sonst. Unterdrücken kann man leider nicht immer alles.

Wir sind eben auch “nur” Menschen.”

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Der Kollege ist uns namentlich bekannt, möchte aber anonym bleiben.