Fremdenfeindliche Übergriffe führen zu Großeinsatz: Polizisten angegriffen, beleidigt, bedroht

1. April 2018 at 18:37

Fremdenfeindliche Übergriffe führen zu Großeinsatz: Polizisten angegriffen, beleidigt, bedrohtEine höchst unruhige Nacht zum heutigen Ostersonntag erlebten die Polizisten in Werl (Nordrhein-Westfalen), sowie deren Kollegen aus den umliegenden Dienststellen. Fremdenhass führte zu einem Großeinsatz der Polizei, bei dem sich der Hass anschließend auf die Beamten konzentrierte.

Zwei Zuwanderer wurden am späten Abend, gegen 22:15 Uhr, an zwei verschiedenen Stellen von verschiedenen Tätergruppen tätlich angegriffen und bedroht. In dem einen Fall waren es ein 24- und ein 27-Jähriger, die einen 22-jährigen Zuwanderer angriffen und bedrohten und diesen leicht verletzten. Im zweiten Fall wurden drei Zuwanderer von einem stark alkoholisierten 26-Jährigen bedroht.

Die Täter riefen per Handy “Freunde” im fremdenfeindliche Sinne herbei, so dass sich die zwischenzeitlich alarmierten Polizisten später eine Mob von etwa 60 Personen gegenüber sahen. Durch die Leitstelle wurden weitere Einsatzkräfte zusammen gezogen, unter anderem auch aus Menden und Unna. Zudem kamen zwei Diensthundeführer und ein Polizeihubschrauber zum Einsatz.

Besonders aggressiv zeigte sich ein 29-Jähriger aus Werl, der sich zunächst weigerte, seine Personalien anzugeben. Anschließend ging er zum Angriff über und wurde gegenüber den eingesetzten Polizisten handgreiflich. Diese setzten ihrerseits Pfefferspray ein, um den Angriff abzuwehren.

Nun griffen auch die zuvor genannten 24 und 27 Jahre alten Männer ein, die die Ingewahrsamnahme des 29-Jährigen verhindern wollten. Auch gegen sie mussten die Beamten Pfefferspray einsetzen. Die beiden Angreifer flohen daraufhin. Da sie jedoch den Polizisten bekannt waren, wurden entsprechende Ermittlungsverfahren gegen sie eingeleitet.

Der Polizeibericht hält den Transport des in Gewahrsam genommenen wie folgte fest:

“Während des Transportes spuckte der Mann den Streifenwagen voll. Die Polizisten wurden als “Buchsenpisser” und “Hurensöhne” bezeichnet und bedroht. Der stark alkoholisierte Mann verbrachte die Nacht zur Ausnüchterung in einer Polizeizelle.”

Zahlreiche Schaulustige verfolgten den Polizeieinsatz, so dass der Einsatzort abgesperrt werden musste. Auch nach dem Großeinsatz wurde verstärkt das Stadtgebiet von Werl bestreift, um einen neuerlichen fremdenfeindlichen Zwischenfall zu verhindern. Ob bei dem Einsatz Polizisten verletzt wurden, ist dem Polizeibericht nicht zu entnehmen.