Lügen haben kurze Beine: Fremdsprachenkenntnisse entlarven Verkehrssünder

27. April 2018 um 17:53 Uhr

Lügen haben kurze Beine: Fremdsprachenkenntnisse entlarven VerkehrssünderDie Polizei ist mittlerweile vielsprachig unterwegs und setzt auf die Unterstützung von Migranten, die Verständnis für die kulturellen Eigenheiten und Fremdsprachenkenntnisse mitbringen sollen, die für den alltäglichen Dienst hilfreich sein können. Dass dies auch tatsächlich so zutrifft, beweist ein aktueller Fall aus München (Bayern), wo die Fremdsprachenkenntnisse des Kollegen einen Verkehrssünder beim Lügen entlarvten.

Eigentlich war es fast schon eine Lappalie, ein Verkehrsteilnehmer wurde dabei erwischt, wie er 14 km/h zu schnell unterwegs war. Hierfür hätte der Mann mit bosnischen Wurzeln 15 Euro Verwarngeld bezahlen müssen.

Das Problem war allerdings, dass der Fahrer keinen Ausweis und auch keinen Führerschein mitführte und zudem die Eintragung der am Fahrzeug durchgeführten Veränderungen nicht vorweisen konnte. Hinzu kam, dass er sich bei der Befragung durch die Polizisten in Widersprüche verwickelte.

Das hier etwas nicht stimmte, merkten nicht nur die Beamten, auch der Bosnier selbst bemerkte, dass er sich um Kopf und Kragen redete. Also kam ihm die – für ihn – rettende Idee, seine Frau anzurufen und sie zu bitten, die Papiere eines Freundes vorbei zu bringen, der dem Fahrer ähnlich sieht.

Dies teilte er seiner Frau natürlich in seiner Muttersprache mit, ohne zu wissen, dass auch einer der Polizisten erstklassig kroatisch spricht. Nach dem Telefonat war die Überraschung für den Bosnier groß und so kam er nicht mehr darum herum Verantwortung zu übernehmen.

Die Folge waren eine Strafanzeige wegen Führens eines Kraftfahrzeugs ohne Fahrerlaubnis, sowie Ordnungswidrigkeitenanzeigen wegen falscher Personalienangabe, Erlöschen der Betriebserlaubnis und der erstgenannten Geschwindigkeitsübertretung.

Doch damit nicht genug, auch die Frau des Bosniers muss ich verantworten, nämlich dafür, dass sie als Fahrzeughalterin ihrem Mann die Fahrt gestattet hatte, obwohl ihr bekannt war, dass ihr Mann nicht im Besitz einer Fahrerlaubnis ist.